Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/drohne-flugroboter-landet-auf-der-hand-1205-91546.html    Veröffentlicht: 03.05.2012 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/91546

Drohne

Flugroboter landet auf der Hand

Ein in den USA entwickelter Flugroboter kann sich auf der Hand niederlassen wie ein Vogel. Dieses Manöver ist für Roboter schwierig zu imitieren.

Ein Ornithopter ist ein Fluggerät, das wie ein Vogel mit den Flügeln schlägt. US-Wissenschaftler haben einen fliegenden Miniroboter (Micro-aerial Vehicle, MAV) nach diesem Prinzip gebaut. Das MAV kann wie sein natürliches Vorbild auf der Hand eines Menschen landen.

Aufrichten und abbremsen

Der Flugroboter gleitet zunächst auf die Hand zu. Kurz davor richtet er sich auf und bremst auf diese Weise ab, bevor er sich auf der Hand niederlässt. Sie seien ihres Wissen nach die ersten, die ein MAV auf diese Art auf der Hand eines Menschen haben landen lassen, erklärte Projektleiter Soon-Jo Chung von der Universität des US-Bundesstaates Illinois in Urbana-Champaign (UIUC).

Die Luft- und Raumfahrttechniker der UIUC haben einen Roboter entwickelt, dessen Flügel ein Gelenk hat. Dieses Prinzip hätten sie den Vögeln abgeschaut, erklärt Aditya Paranjape, der an dem Projekt mitgearbeitet hat. Durch Abknicken der Flügel lenke das MAV. Beide Flügel können dabei einzeln angesteuert werden. Außerdem verfügen sowohl die Tragflächen als auch die hinteren Flügel über Klappen für eine Steuerung für Steig- und Sinkflug.

Schwieriges Manöver

Auf ein senkrecht stehendes Heckruder haben die Konstrukteure verzichtet, obwohl das einem Fluggerät mehr Agilität und Stabilität verleiht. Das erschwere das Sich-Niederlassen auf der Hand. Dabei gilt das als ohnehin schon als eines der schwierigsten Manöver für einen Ornithopter. Sie hätten sich für dieses Manöver entschieden, um das Können ihres Roboters unter Beweis zu stellen. "Vor allem die Fähigkeit, auf einer menschlichen Hand zu landen, ermöglicht es, unseren Roboter in der Nähe von Menschen einzusetzen", sagt Paranjape.

Sie könnten viel von Tieren lernen, erklärt Chung. Fledermäuse seien so agil und wendig, dass sie schnelle 180-Grad-Wenden oder in Räumen fliegen könnten, ohne mit Hindernissen zu kollidieren. Sie flögen sogar noch mit beschädigten Flügeln. "Diese Eigenschaften sind wünschenswert für kleine Flugzeuge, die für die Überwachung eingesetzt werden könnten, insbesondere in städtischen Gebieten, wo Hindernisse die Bewegungsfreiheit einschränken und die Steuerung per Satelliten blockiert wird."  (wp)


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