Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hologramm-snoop-dogg-holt-tupac-auf-die-buehne-zurueck-1204-91196.html    Veröffentlicht: 16.04.2012 19:12    Kurz-URL: https://glm.io/91196

Hologramm

Snoop Dogg holt Tupac auf die Bühne zurück

Die Besucher des Coachella-Festivals in Kalifornien waren am vergangenen Wochenende Zeugen einer Wiederauferstehung: Rapper Snoop Dogg holte für einen Song seinen verstorbenen Kumpel Tupac als holographische Illusion auf die Bühne.

Die Besucher des diesjährigen Coachella Valley Music and Arts Festivals im kalifornischen Indio staunten nicht schlecht, als sie den US-Rapper Tupac Shakur auf der Bühne sahen. Rapper Snoop Dogg hatte den 1996 in Las Vegas ermordeten Tupac als holographische Illusion wiederauferstehen lassen. Mit nacktem Oberkörper stand Tupac auf der Bühne und rappte erst einmal allein los. Nach wenigen Minuten kam Snoop Doog dazu und die beiden rappten zusammen. Am Ende des Songs löste sich Tupac dann in Luft auf.

Kurz danach twitterten Promis und Fans das Erlebnis. Musikerin Kate Perry schrieb: "Ich hätte weinen können, als ich Tupac sah. #Coachella." Auch Schauspieler und Sänger David Hasselhoff twitterte: "Dr.Dre, Snoop Dog, 50 Cent, Eminem and even 2Pac. Killing it!"

Bei dem Auftritt wurde eine Aufnahme Tupacs auf die Bühne projiziert. Solche grafischen Projektionen bei Live-Auftritten setzt auch eine japanische Band ein, deren Sängerin Miku Hatsune per Computer generiert wird.

Nachtrag vom 17. April 2012, 12:23 Uhr

Bei der Technik handelt es sich jedoch nicht um ein Hologramm, sondern vielmehr um eine Projektion: Auf der Bühne wird eine Folie in einem Winkel von 45 Grad in Richtung des Publikums aufgespannt. Davor befindet sich flach auf dem Boden eine reflektierende Fläche. Auf diese wurde von oben ein Video von Tupac projiziert.

Die Fläche reflektierte den Rapper auf die Folie aus Biaxial-orientiertem Polyester. Für das Publikum vor der Bühne sah es so aus, als befinde sich der Rapper auf der Bühne. Für die Projektion zeichnete das US-Unternehmen AV Concepts aus San Diego verantwortlich.

AV Concepts stellte vor Ort Server auf, die unkomprimierte Mediendateien für drei übereinandergelegte Bilder mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln lieferten. Projiziert wurde mit 54.000 Lumen. Das US-Unternehmen bezeichnet ein solches freischwebendes Bild als holographisches Bild. Das ist aber nicht zu verwechseln mit einem Hologramm.

Folie und Technik mit der Bezeichnung Musion Eyeliner stammen von dem britischen Unternehmen Musion Systems, das von dem Deutschen Uwe Maass gegründet wurde.

Die Technik hinter Musion Eyeliner ist schon rund 150 Jahre alt. Sie wurde in den 1860er Jahren von dem Briten John Henry Pepper unter anderem für Geisterauftritte im Theater entwickelt, weshalb sie auch Pepper's Ghost genannt wird.  (sha)


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