Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kino-to-urteil-anonymous-kuendigt-vergeltungsschlaege-an-1204-91127.html    Veröffentlicht: 12.04.2012 19:48    Kurz-URL: https://glm.io/91127

Kino.to-Urteil

Anonymous kündigt Vergeltungsschläge an

Die Aktivisten von Anonymous wollen die Server der Justiz in Leipzig und das Bundesjustizministerium wegen des jüngsten Kino.to-Urteils angreifen. Schuld an allem sei zudem nur die FDP.

Anonymous will wegen der Verurteilung des Chefprogrammierers von Kino.to die IT-Infrastruktur des Bundesjustizministeriums und der Justiz in Sachsen angreifen. Bastian P., der Chefprogrammierer der illegalen Filmplattform Kino.to, war am 11. April 2012 wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzungen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

In dem Anonymous-Video zu Operation Kino.to heißt es: "Mit großer Unzufriedenheit haben wir die Verhandlung um Kino.to verfolgt. Wie kann es sein, dass ein Programmierer für Verletzungen des Urheberrechts mehr Jahre Haft als beispielsweise ein Mörder oder Kindesvergewaltiger bekommt?" Das Urteil des Landgerichts Leipzig sei überzogen. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte vier Jahre und zwei Monate Haft beantragt. Doch der Richter hatte angekündigt, dass P. in den offenen Vollzug käme.

"Aus diesem Grund sehen wir uns gezwungen, einige Webpräsenzen der Justiz lahmzulegen. Es geht darum, dass die Menschen endlich aufwachen. Aufwachen aus einer Zeit, in der 1.000 Euro mehr wert sind als ein Menschenleben. Stünden nicht gewaltige Lobbyverbände hinter dieser Anklage, wäre sie wahrscheinlich viel geringer ausgefallen. Die Verfolgung in so einem Ausmaß geschah in dem Fall ohnehin nur auf Betreiben der sogenannten Freien Demokratischen Partei Deutschlands", so die Onlineaktivisten.

Bereits im Juni 2011 wurde als Reaktion auf die Schließung von Kino.to von Anonymous die Seite der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen angegriffen. "Das Betreiben einer Suchmaschine für Videos ist nach unserem Ermessen nicht illegal", erklärte die Gruppe.  (asa)


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