Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kickstarter-uhr-mit-elektronischem-papier-1204-91094.html    Veröffentlicht: 12.04.2012 09:18    Kurz-URL: https://glm.io/91094

Pebble auf Kickstarter

Uhr mit elektronischem Papier

Pebble ist eine Uhr mit einem elektronischen Display auf E-Paper-Basis, die als Ergänzung zum Smartphone ihres Trägers immer in dessen Blickfeld ist und wichtige Informationen auf ihrem sonnentauglichen Bildschirm darstellt.

Die Pebble-Uhr ist ein Kickstarter-Projekt, das an Apples iPod nano erinnert. Anstelle eines TFT-Displays ist jedoch ein E-Paper-Display eingebaut. Die Uhr wird über Bluetooth 2.1 mit dem Android- oder iOS-Smartphone verbunden.

Ein Vibrationsmotor kann den Anwender zum Beispiel über eingehende Anrufe, Termine oder andere wichtige Ereignisse informieren. Der Blick auf das Handy ist so seltener notwendig. Mit zusätzlichen Apps sollen auch Funktionen wie das GPS des Handys zum Beispiel als Fahrradtacho genutzt werden können.

Das Display bietet lediglich eine Auflösung von 144 x 168 Pixeln und kann dadurch nur wenige Informationen darstellen. Neben einem normalen analogen oder digitalen Ziffernblatt sind dies vor allem der Wetterbericht, die Temperatur, der Beginn einer SMS oder die Erinnerung an einen Termin.

Die Uhr soll in mehreren Farben erscheinen und je nach Farbe zwischen 115 und 125 US-Dollar kosten. Die ersten Uhren will Pebble im September 2012 ausliefern. Einige Prototypen, die für 99 US-Dollar angeboten wurden, sollen bereits im August an die Besteller ausgeliefert werden.

Dass das Interesse an Pebble groß ist, zeigt die große Unterstützung auf Kickstarter - statt der angepeilten 100.000 US-Dollar für den Produktionsstart wurden am ersten Tag bereits weit über 600.000 US-Dollar an Zusagen erreicht und es dürften noch mehr werden - immerhin sind noch 36 Tage Zeit bis zum Ende der Finanzierungsphase. Viele Nutzer hoffen nun, dass die Entwickler Pebble vor dem Produktionsstart noch mit dem stromsparenderen Bluetooth 4.0 ausstatten können.

Ende Dezember 2011 berichtete bereits die New York Times, dass sowohl Apple als auch Google über Armbanduhren nachdenken, die ähnliche Funktionen bieten wie die Pebble.

Eine Uhr als Zweitdisplay für das Handy ist keine neue Erfindung. Microsoft versuchte sich mit der Spot (Smart Personal Object Technology) bereits daran. Die Spot-Watch war jedoch nur kurz verfügbar, da sie nur Daten empfangen, aber nicht senden konnte. Die Uhrenhersteller Fossil und Texas Instruments entwickelten mit der Metawatch ebenfalls eine Internetarmbanduhr, die per Bluetooth Kontakt zum Notebook, Tablet oder Smartphone des Anwenders aufnimmt und auf dem Display der Uhr darstellt.

Die Meta Watch ist jedoch mit OLED-Displays ausgerüstet. Auch hier findet die Verbindung zwischen mobilem Endgerät und der Uhr per Bluetooth statt. Alle beschriebenen Uhren sind vornehmlich für Pushnachrichten gedacht und sollen den Träger zum Beispiel über eingehende E-Mail-Nachrichten, Tweets und Facebook-Einträge oder über den Wetterbericht, Börsenkurse oder ähnliche Kurzinformationen in Kenntnis setzen.

Das größte Problem der Uhren besteht jedoch in den vergleichsweise kurzen Akkulaufzeiten, die durch den Energieverbrauch von Bluetooth, aber vor allem durch die Displays entstehen. Ein sparsames E-Ink-Display könnte der Technik zum Durchbruch verhelfen.  (ad)


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