Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kinect-star-wars-testvideo-das-ist-nicht-das-kinect-spiel-das-ihr-sucht-1204-91021.html    Veröffentlicht: 08.04.2012 17:40    Kurz-URL: https://glm.io/91021

Kinect Star Wars Test-Video

Das ist nicht das Kinect-Spiel, das ihr sucht

Kinect Star Wars wurde auf der E3 2011 als eines der kommenden Kinect-Spiele für Hardcore-Spieler angekündigt. Im Test stellen wir aber schnell fest, dass die Entwickler der Casual-Seite der Macht verfallen sind.

Einmal mit Hilfe der Macht Gegenstände schweben lassen: Das dürfte einer der zahlreichen Träume von Star-Wars-Fans sein. Mit Kinect Star Wars können Spieler genau das tun. Dazu müssen sie einfach die Hände ausstrecken und zielen. Die Illusion ist sehr überzeugend. Nur leider ist das in Kinect Star Wars nicht immer so.

In Lichtschwerterkämpfen können Spieler zwar ausweichen, treten und in acht Richtungen zuschlagen, dennoch fühlen sich die Duelle nicht nach Star Wars an. Die Eingaben müssen langsam und träge nacheinander durchgeführt werden. Würde ein echter Jedi vor dem Kinect-Sensor stehen und sich wie im Film bewegen, es würde vermutlich wenig Sinnvolles passieren.

Innerhalb der Kampagne werden Spieler vom Padawan zum Jedi ausgebildet. Zu Beginn verteidigen sie den Wookie-Planeten Kashykk, später zielen sie im Orbit auf Tie Fighter. Zwischendurch stehen auch Fahrten mit Speeder Bikes oder Geschicklichkeitseinlagen mit gut getimten Sprüngen an.

Ein zweiter Spieler kann jederzeit dazukommen und mitspielen. Im Splitscreen werden Bewegungen weniger genau erkannt und die Übersicht leidet.

Abgesehen von Chewbacca und R2D2 hat kein Charakter eine zufriedenstellende deutsche Stimme bekommen. C3PO, Yoda und Co. klingen alle albern und kindisch. So kommt weniger Atmosphäre als in der englischen Originalfassung auf, die ebenfalls auf der DVD ist.

Im Hauptmenü kann der Spieler auch durch komfortable Spracheingaben navigieren und die anderen Modi auswählen.

Neben der Kampagne ist die Pod-Racing-Weltmeisterschaft der umfangreichste Spielmodus. Die Steuerung der Pods funktioniert sehr gut und ist präzise. Durch das Zurückziehen der Arme geht es nach links und rechts, Spezialwaffen oder Reparaturdrohnen können durch einen Armzug von oben rechts oder oben links aktiviert werden.

Die Präsentation der Rennen ist gelungen und integriert viele Details der neuen Filmtrilogie. Auch wenn die Gegner eine stark ausgeprägte Gummiband-KI haben, machen die Rennen allein wegen der Abwechslung am Streckenrand Spaß.

Als weiteres Minispiel haben die Entwickler ein rudimentäres Tanzspiel integriert, das beweist, dass Prinzessin Leia auch viel Spaß bei Jabba dem Hutten hatte. Dort ist sie nämlich der Tanzchampion bei insgesamt 15 Pop-Cover-Songs der vergangenen Jahre.

Im letzten eigenständigen Modus dürfen Spieler als ein Rancor Planeten verwüsten. Hier gelten die gleichen Kritikpunkte der Steuerung wie in der Kampagne: Für eine kurzweilige Highscore-Jagd unter Freunden reicht der Modus, auf Dauer sind die behäbigen Eingaben aber zu eintönig.

Die neuen Star-Wars-Abenteuer setzen eine an die Xbox 360 angeschlossene Kinect zwingend voraus. Das bei den Microsoft Studios entwickelte Programm kostet rund 40 Euro und hat eine USK-Freigabe ab 12 Jahren.

Fazit

Kinect Star Wars kann Fans der Lizenz eine ganze Weile gut unterhalten. Gerade die Podrennen und die Kampagne machen Spaß, solange sich Spieler penibel an die Steuerungsvorgaben halten. Die Präsentation ist streckenweise nett anzusehen und flüssig.

Für ambitionierte Spieler bleibt dennoch der Beigeschmack, dass Kinect Star Wars in erster Linie für eine jüngere Zielgruppe entwickelt wurde. Die Handlung ist vorhersehbar, nimmt das Universum nicht ernst genug und den späteren Passagen fehlen komplexere Eingabemöglichkeiten. Obiwan Kenobi hätte vermutlich gesagt: "Das ist nicht das Kinect-Spiel, das ihr sucht ..."  (mw)


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