Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/morph-schwarmroboter-sollen-haefen-und-deiche-ueberwachen-1204-90982.html    Veröffentlicht: 04.04.2012 18:46    Kurz-URL: https://glm.io/90982

Morph

Schwarmroboter sollen Häfen und Deiche überwachen

Roboter sollen künftig die Sicherheit von Häfen überwachen oder Rohrleitungen und Deiche auf Schäden inspizieren. Ziel des europäischen Gemeinschaftsprojekts Morph ist, Unterwasserroboter im Schwarm agieren zu lassen.

Ein Schwarm sieht mehr als ein Roboter, auch unter Wasser. Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts Marine Robotic System of Self Organizing, Logically Linked Physical Nodes (Morph) werden deshalb Roboter entwickelt, die künftig im Verband Bauwerke im Meer kontrollieren sollen. Morph Supra Vehicle (MSV) sollen die Unterwasserschwarmroboter heißen, die im Rahmen des Projekts entwickelt werden.

Forschung und Kontrolle

Die MSV sollen unter anderem Deiche, Häfen oder Rohrleitungen überwachen. Zu ihren Aufgaben gehört dann, Schäden an diesen Bauwerken festzustellen, mögliche Anschläge zu verhindern oder nach Unfällen wie der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010 Informationen zu sammeln. Wissenschaftler wollen die Schwarmroboter außerdem für die Meeresforschung einsetzen, etwa für die Erkundung von Korallenriffen.

Gemeinsames Merkmal dieser verschiedenen Anwendungen ist der Einsatz von unterschiedlichen einander ergänzenden Instrumenten, etwa um Gelände unter Wasser zu kartieren. Vorteil eines Roboterschwarms ist, dass sich die Roboter komplexe Aufgaben teilen können. So kann sich ein Schwarm beispielsweise besser den Gegebenheiten unter Wasser anpassen. Wenn sie etwa einen zerklüfteten Abhang vermessen, kann sich der Schwarm dessen Form anpassen.

Kommunikation unter Wasser

Um eine solche Aufgabe zu erledigen, müssen sich die Schwarmroboter untereinander koordinieren und Daten austauschen. Die Kommunikation unter Wasser ist jedoch eine große Schwierigkeit, da die Übertragung von Information durch Schall mit starkem Datenrauschen und geringer Informationsdichte verbunden ist.

An dem Projekt, das bis Anfang 2016 läuft, arbeiten Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus fünf europäischen Ländern mit, darunter das Unterwasserforschungszentrum der Nato im italienischen La Spezia, die Technische Universität in Ilmenau und die Jacobs-Universität in Bremen. Die Projektleitung liegt beim ebenfalls in Bremen ansässigen Unternehmen Atlas Elektronik.  (wp)


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