Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/calligra-probleme-mit-qwidgets-auf-android-1203-90764.html    Veröffentlicht: 27.03.2012 10:30    Kurz-URL: https://glm.io/90764

Calligra

Probleme mit QWidgets auf Android

Bei der Portierung der freien Büroanwendung Calligra auf Android ist Entwickler Marijn Kruisselbrink auf Probleme mit der QWidget-basierten Benutzeroberfläche gestoßen.

Bei der Portierung von Calligra auf Android hat Entwickler Kruisselbrink entdeckt, dass die mit Qwidget umgesetzte Benutzeroberfläche der freien Bürosoftware auf Googles mobilem Betriebssystem zu langsam ist. Er habe nicht mehr als ein bis zwei Frames pro Sekunde beim Scrollen durch ein Dokument erreicht, berichtet er. Auf einem N900 sei die Bürosoftware hingegen nutzbar.

Unter Android ist der Wrapper QGraphicsProxyWidget aber nicht leistungsfähig genug, um für eine schnelle und gleichmäßige Nutzung der Calligra-UI zu sorgen. Statt an der Geschwindigkeit des Wrappers zu arbeiten, hat sich Kruisselbrink entschieden, die QML-basierte Active-Oberfläche auf Android zu portieren. Calligra Active kann OpenGL-ES nutzen und sorgt damit für mehr Leistung, so dass Calligra auf Android durchaus nutzbar ist.

Dabei ist Kruisselbrink allerdings auf ein weiteres Problem gestoßen: Damit die Active-Oberfläche läuft, müssen zahlreiche KDE- und Plasma-Bibliotheken geladen werden, die er zunächst ebenfalls auf Android portiert hat.

Bibliotheksgrenze

Unter Android ist aber die Anzahl der nutzbaren Bibliotheken begrenzt. Unter Android 2.x alias Gingerbread dürfen nur 64 So-Dateien geladen werden. Mit Libplasma und seinen abhängigen Bibliotheksdateien habe er diese Grenze offenbar überschritten, schreibt Kruisselbrink.

Unter Android 3.x alias Honeycomb haben Google-Entwickler die Zahl auf 96 erhöht, inzwischen ist das Laden von 128 Bibliotheksdateien erlaubt. Deshalb könne er Calligra nur auf aktuellen Android-Versionen nutzen und testen. Außerdem schlägt Kruisselbrink vor, ein Widget-Set zu nutzen, das die Android-Benutzeroberfläche nachbildet, statt auf die Plasma-Widgets zu setzen.

Nach Windows kommt Android

Kruisselbrink hatte im Januar 2012 berichtet, dass die Portierung von Calligra auf Android bereits große Fortschritte mache. Der Entwickler ist Angestellter bei dem Unternehmen KO, das kürzlich Calligra auf Windows portiert hat.

Mit ein paar "hässlichen Hacks" habe er einige der Einschränkungen durch Android umgangen. Zunächst habe er sämtliche D-Bus-Abhängigkeiten im Quellcode entfernen müssen, da sie nur internen Android-Funktionen vorbehalten seien. Ob es ihm inzwischen gelungen ist, das Plugin-Framework Ksycoca auf Android zu portieren, ist indes noch unbekannt.

Für die Portierung von Calligra auf Android verwendet Kruisselbrink die Entwicklungsumgebung Necessitas. In einem Git-Repository stehen die Skripte zur Verfügung, die benötigt werden, um Calligra für Android zu kompilieren.  (jt)


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