Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/http-speed-mobility-microsoft-will-eigenen-entwurf-fuer-http-2-0-vorlegen-1203-90730.html    Veröffentlicht: 26.03.2012 09:46    Kurz-URL: https://glm.io/90730

HTTP Speed+Mobility

Microsoft will eigenen Entwurf für HTTP/2.0 vorlegen

Die IETF sammelt derzeit Vorschläge für HTTP/2.0. Googles SPDY könnte die Grundlage dafür sein, doch Microsoft kündigt einen eigenen Entwurf für HTTP/2.0 an, HTTP Speed+Mobility genannt.

Im Januar 2012 regte Mark Nottingham, Vorsitzender der IETF-Arbeitsgruppe "HTTPbis", die sich um die Überarbeitung des Webprotokolls HTTP/1.1 kümmert, die Entwicklung von HTTP/2.0 an. Sein Satzungsvorschlag für eine entsprechende IETF-Arbeitsgruppe sieht vor, Vorschläge für HTTP/2.0 einzusammeln, um dann anhand der traditionellen IETF-Kriterien von grobem Konsens und funktionierendem Code einen geeigneten Kandidaten auszuwählen.

Auch wenn Nottingham auf eine bestehende Technik als Ausgangsbasis für HTTP/2.0 verzichtet, so erfüllt Googles SPDY doch die gestellten Anforderungen und dürfte damit ein Kandidat mit großen Chancen sein, zumal Nottinghams Zeitplan vorsieht, dass schon im Mai 2012 erste Entwürfe für HTTP/2.0 vorgelegt werden sollen. Für Mai 2013 sieht Nottinghams Zeitplan den "Last Call for HTTP/2.0" vor, im Juli 2013 soll HTTP/2.0 zur Verabschiedung als Standard bei der IESG eingereicht werden.

Ende Februar 2012 hat Google SPDY in der Version 3 als Kandidaten für HTTP/2.0 eingereicht. Das Protokoll kommt bei Google bereits zum Einsatz und wird auch von Firefox unterstützt.

Doch Microsoft ist mit SPDY nicht zufrieden und kündigte mit "HTTP Speed+Mobility" einen eigenen Kandidaten für HTTP/2.0 an. HTTP Speed+Mobility nutzt zwar SPDY als Ausgangsbasis, weicht aber in einigen Bereichen ab. So bezieht Microsoft Websockets mit ein und soll vor allem bei mobilen Geräten und Apps Vorteile bieten.

Weitere Details zu HTTP Speed+Mobility verrät Microsoft in seinem Blogeintrag noch nicht. Einen Entwurf für HTTP Speed+Mobility hat Microsoft ebenfalls noch nicht veröffentlicht.

Im Ziel scheinen sich die Beteiligten aber weitgehend einig zu sein. So soll HTTP/2.0 letztendlich in den typischen Einsatzbereichen, also in Browsern und auf mobilen Endgeräten, eine spürbar verbesserte Leistung bieten, effizienter mit Netzwerkressourcen umgehen und dabei vor allem in weniger Fällen mehr als eine TCP-Verbindung benötigen. Zudem muss das Protokoll mit IPv4, IPv6 und NAT funktionieren und so einfach zu nutzen sein wie HTTP. Auch sollen moderne Sicherheitsanforderungen berücksichtigt werden.

Das für HTTP/2.0 auszuwählende Protokoll soll zudem in der Lage sein, HTTP/1.1-Nachrichten weiterzugeben. Daher soll es nach dem Willen von Nottingham auch keine Änderungen an der bestehenden HTTP-Semantik geben, so dass HTTP/2.0-Nachrichten mindestens über ein Gateway von HTTP/1.1 in HTTP/2.0 und wieder in HTTP/1.1 umgewandelt werden können. Allerdings sei durchaus denkbar, die bestehende Semantik zu erweitern.  (ji)


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