Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/test-twisted-metal-psychopath-am-steuer-1203-90635.html    Veröffentlicht: 20.03.2012 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/90635

Test Twisted Metal

Psychopath am Steuer

Warum überholen, wenn man den restlichen Verkehr auch einfach von der Straße schießen kann? Mit Twisted Metal kommt der seit 1995 bekannte Mix aus Rennspiel und wilder Zerstörung auf die Playstation 3 - mit bewährtem Spielprinzip, aber neuen Waffen und Extras.

Seit 1995 gibt es die Serie Twisted Metal, Einzelspieler können sich in der jetzt verfügbaren neuen Ausgabe über einen Storymodus freuen. Dessen Hintergrundgeschichte ist zwar im Grunde überflüssig, verleiht dem Spiel mit seinen morbid-makabren Zwischensequenzen aber einen düsteren B-Movie-Horror-Charme. Es geht um mehrere psychopathische Charaktere - unter anderem den Serienkiller-Clown Sweet Tooth - und ihre persönlichen Geschichten. Allen ist etwas Unschönes widerfahren, weshalb sie Rache nehmen wollen. Das große, vom geheimnisvollen Obermotz Calypso veranstaltete Twisted-Metal-Turnier bietet sich da an: Dem Sieger winkt die Erfüllung eines Wunsches, den er völlig frei und ohne jeglichen moralischen Skrupel bestimmen kann.

Fortan geht es in zahlreichen Turnieren darum, alles und jeden kurz und klein zu schießen, die Umgebung teils inbegriffen. In mehreren Boliden, die mit unterschiedlicher Höchstgeschwindigkeit und Panzerung und verschiedenen Spezialwaffen aufwarten, muss der Spieler in Arenen, Wohngebieten oder abgegrenzten Käfigen kämpfen. Unterwegs sammelt er zahlreiche Waffen ein, die ihm das Leben erleichtern - die Konkurrenz darf dann mit Bomben, Raketen oder Minen dezimiert werden. Ausflüge im Helikopter, auf dem Motorrad oder als Kampfroboter sorgen ebenso für Abwechslung wie die Bosskämpfe gegen recht abgedrehte Herausforderer.

Auch wenn die Solokampagne durchaus Spaß macht: Die volle Faszination entfaltet Twisted Metal im Mehrspielermodus. Bis zu 16 Kontrahenten dürfen sich in Modi wie Deathmatch und Team Deathmatch die unterschiedlichsten Geschosse auf die Karossen jagen. Auch schön: Es gibt nicht nur einen Splitscreen für bis zu vier Teilnehmer an einer Konsole, sondern auch einen Koop-Modus.

Technisch ist Twisted Metal keine Offenbarung, der Titel lebt von seiner rasanten Action und der ruckelfrei inszenierten Zerstörungswut. Die Areale hingegen bieten nur wenig Details und teils matschige Texturen. Auch das Fahrgefühl ist schwammig, und der Schwierigkeitsgrad schwankt auf allen Stufen immer wieder zwischen sehr einfach und unfair schwer. Sound und Explosionen hingegen werden dem rasanten Spielprinzip durchaus gerecht.

Twisted Metal ist exklusiv für die Playstation 3 verfügbar und kostet rund 60 Euro. Das Spiel hat von der USK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten, erscheint in Deutschland dennoch geschnitten - im Vergleich zur US-Version wurden vor allem einige drastische Gewaltdarstellungen in den Zwischensequenzen entfernt.

Fazit

Mit Waffen vollgestopfte Autos, die sich in frei befahrbaren Arenen in Stücke schießen - das Konzept, das 1995 Twisted Metal erstmals zu einem Erfolg machte, hat sich im Jahr 2012 praktisch nicht verändert. Spaß macht das immer noch: Die krude Inszenierung im Storymodus, die zahlreichen Extras und Waffen und die wie eh und je motivierenden Mehrspieleroptionen garantieren trotz mittelmäßiger Technik erneut ein kurzweiliges Actionspektakel.  (tw)


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