Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/torrent-site-neue-ermittlungen-gegen-the-pirate-bay-1203-90523.html    Veröffentlicht: 15.03.2012 10:23    Kurz-URL: https://glm.io/90523

Torrent-Site

Neue Ermittlungen gegen The Pirate Bay

Die schwedischen Behörden ermitteln wieder gegen die Torrent-Site The Pirate Bay. Der Registrar von einigen Domains des Projekts bestätigte Anfragen der Polizei, will aber vorerst keine Informationen preisgeben, weil es noch keine richterliche Anordnung gibt.

Ein Sprecher des schwedischen Hosters und Registrars Binero hat gegenüber Torrentfreak bestätigt, dass es neue Ermittlungen der örtlichen Behörden gegen The Pirate Bay gibt. Binero habe einen "Brief mit Fragen" erhalten. Diese habe das Unternehmen nur mit den Informationen beantwortet, die durch öffentlich zugängliche Whois-Anfragen bereits verfügbar seien.

Weitere Daten über seine Kunden will Binero erst dann an die Ermittler übergeben, wenn es eine richterliche Anordnung dazu gibt, was bisher nach Darstellung des Unternehmens nicht der Fall sein soll. Wonach die Behörden genau suchen, gab Binero nicht an. Bei dem Hoster und Registrar sollen zwei der zahlreichen Domains der Piratenbucht registriert sein.

Bereits in der vergangenen Woche hatte The Pirate Bay in einem Blogpost darüber berichtet, dass es neue Ermittlungen gegen das Projekt gibt. Die Macher der nach eigenen Angaben größten Torrent-Site der Welt verrieten dabei auch ein wenig über ihre Infrastruktur. So soll es keinen zentralen Sitz der Server geben, diese seien über die ganze Welt verteilt.

Pirate Bay längst umstrukturiert

Dabei gebe es viele Rechner, die nur wie ein Router arbeiteten: Sie speichern keinerlei Daten. Die Rechner sollen nur aus Prozessor, RAM und Netzwerkanschluss bestehen. Das Speichern von Torrent-Dateien bezeichnete Pirate Bay erst Ende Februar 2012 als Platzverschwendung, seitdem bietet die Site nur noch Magnetlinks an, für deren Nutzung weder eine Datei heruntergeladen werden muss noch ein zentraler Server wie ein Bittorrent-Tracker nötig ist.

Bereits 2009 waren vier der Gründer von The Pirate Bay zu Haftstrafen und Schadensersatzzahlungen wegen Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen verurteilt worden, die schwedische Justiz lehnte die letzte mögliche lokale Berufung im Februar 2012 ab. Carl Lundström, einer der Verurteilten, will nun vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.  (nie)


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