Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/displayserver-wayland-und-weston-in-ubuntu-12-04-1203-90490.html    Veröffentlicht: 14.03.2012 10:47    Kurz-URL: https://glm.io/90490

Displayserver

Wayland und Weston in Ubuntu 12.04

Der Displayserver Wayland und der Compositor Weston sind ab sofort in den Quellen von Ubuntu 12.04 verfügbar. GTK-Anwendungen können Wayland jedoch nicht nutzen, GTK müsste dazu neu kompiliert werden.

Nach dem Displayserver Wayland 0.85 ist nun auch der dazugehörige Compositor Weston 0.85 in den Quellen des kommenden Ubuntu 12.04 zu finden. Diese ersten offiziellen Testversionen von Wayland und Weston sind im Februar 2012 erschienen und sollen vor allem dazu dienen, die APIs und die Protokollimplementierungen zu stabilisieren.

Wayland und Weston funktionieren seit der Veröffentlichung der Version 0.85 auch mit externen Projekten wie Mesa oder dem KMS-Stack des Linux-Kernels, ohne dass diese speziell angepasst werden müssten. Das gilt jedoch nicht für die GTK-Pakete in Ubuntu 12.04 alias Precise Pangolin. Dies führt dazu, dass GTK-Anwendungen in Ubuntu 12.04 nicht zusammen mit dem Displayserver verwendet werden können.

Der Grund für die Inkompatibilität ist der "Feature Freeze" im Entwicklungszyklus von Ubuntu 12.04. Das heißt, seit etwa einem Monat dürfen keine neuen Funktionen, Pakete oder APIs zu Precise Pangolin hinzugefügt werden, die Entwickler konzentrieren sich auf das Beheben von Fehlern. Um Wayland und Weston mit GTK verwenden zu können, müsste dieses aber mit der Option "--enable-wayland-backend" neu gebaut werden. Das lehnt das Ubuntu-Team derzeit jedoch noch ab. In einem Bug-Report wird diese Funktion jedoch gefordert.

Ob und wann Wayland problemlos in Ubuntu getestet werden kann, steht noch nicht fest. Auch nicht, wann Wayland standardmäßig den X-Server in Ubuntu ersetzen wird, was der Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth bereits als langfristiges Ziel angekündigt hat. Gleiches gilt für das Fedora-Projekt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Wayland und Weston zusammen mit GTK 3.4 im kommenden Fedora 17 getestet werden können.  (sg)


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