Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/audi-connect-neuer-a3-mit-ausfahrdisplay-im-armaturenbrett-1203-90397.html    Veröffentlicht: 09.03.2012 15:23    Kurz-URL: https://glm.io/90397

Audi Connect

Neuer A3 mit Ausfahrdisplay im Armaturenbrett

Computer sind heutzutage fester Bestandteil von Autos. Audi stellt deshalb konsequenterweise seinen neuen A3 auch auf der Cebit vor.

Auf Knopfdruck fährt ein kleines, dünnes Display aus dem Armaturenbrett. Es ist das Herzstück des Fahrzeugsystems Audi Connect des neuen A3, den Audi auf der Cebit vorstellt (Halle 22, Stand A22).

Ausfahrdisplay

Auf dem Display kann der Fahrer verschiedene Multimediadienste abrufen, darunter das Navigationssystem, das wahlweise mit einer herkömmlichen 3D-Karte oder mit Google Earth und Google Streetview arbeitet. In die Karten können auch Verkehrsinformationen wie Staus eingeblendet werden. Diese stammen von dem Dienst Inrix. Inrix sammelt Staudaten per Crowdsourcing übers Mobiltelefon: Teilnehmer installieren eine App auf ihrem Smartphone, das anonymisiert Ortsdaten an das System schickt. Daraus werden dann Informationen über den Verkehrsfluss extrahiert.

Weitere Connect-Dienste sind City Event und Travel Information, die dem Fahrer Hinweise auf Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten zu dem Ort geben, an dem er sich gerade befindet. Bei City Event kann er nach Veranstaltungsarten auswählen, etwa Sportereignisse oder Konzerte, und das System durchsucht die entsprechenden Angebote. Künftig soll das System auch personalisierbar sein, so dass ein Fußballfan bei den Sportereignissen beispielsweise keine Eishockey- oder Handballspiele angezeigt bekommt. Hat sich der Fahrer für eine Veranstaltung entschieden, kann er die Adresse an das Navigationssystem übergeben und sich dorthin leiten lassen.

Facebook vorlesen

Der Fahrer kann zudem verschiedene Assistenzsysteme aktivieren wie etwa eine Schildererkennung, ein System, das auf die Geschwindigkeit und den Abstand achtet, oder einen Spurassistenten. Dabei wird das Auto als 3D-Grafik dargestellt, die in Echtzeit gerechnet und angezeigt wird. Schließlich kann er auf einige Facebook-Dienste oder Twitter zugreifen, wobei ihm das System Nachrichten vorliest, um ihn nicht zu stark abzulenken.

Die Internetverbindung wird über eine Sim-Karte, für die es im Handschuhfach einen Steckplatz gibt, oder über das Smartphone hergestellt. Das Auto ist zudem ein rollender WLAN-Hotspot: Besteht eine Internetverbindung, können die Insassen über ein WLAN-fähiges Gerät wie Laptop oder Tablet surfen.

Smartphone und Autoantenne

Das Smartphone wird über die Audi Phone Box mit dem Auto verbunden - der A3 ist das erste Serienfahrzeug, das damit ausgestattet ist. Das ist zunächst nichts anderes als ein Ablagefach für das Mobiltelefon in der Mittelkonsole mit einer Steckdose. Über einen Adapter wird das Mobiltelefon daran angeschlossen und so mit dem Auto und seiner Antenne verbunden, um den Empfang unterwegs zu verbessern.

Der Fahrer kann über das Display auf dem Armaturenbrett dann auf die Telefonfunktionen des Gerätes ebenso zugreifen wie auf die darauf gespeicherten Inhalte. Er kann also Bilder auf dem Display anzeigen oder Musikstücke über die Autoanlage abspielen. Bilder und Musik können aber auch auf das interne System übertragen werden.

Touchpad im Drehknopf

Um das Bordsystem zu bedienen, muss sich der Fahrer nicht zu dem Touchscreen nach vorne beugen. Er kann ihn auch über einen Knopf in der Mittelkonsole bedienen. Der hat verschiedene Interaktionsmöglichkeiten: Er ist drehbar und ermöglicht so eine Navigation durch die Menüs der Anwendungen. Die Oberseite des Knopfes ist aber auch ein Touchpad, über das der Fahrer Buchstaben eingeben kann. Das geht auch gut, ohne hinzuschauen.

Herzstück des Bordsystems ist ein Tegra 2 von Nvidia mit einer Taktrate von 1,2 GHz. Ab dem kommenden Jahr wird Audi den Nachfolger Tegra 3 in seine Autos integrieren. Das hatte Audi auf der CES Anfang des Jahres bekanntgegeben.

Genf und Hannover

Audi hat den neuen A3 zeitgleich beim Genfer Autosalon und auf der Cebit präsentiert. Der Hersteller begründete das damit, dass IT und das Auto immer mehr zusammenwüchsen, erklärte Audis IT-Chef Mattias Ulbrich bei einer Pressekonferenz. In Zukunft werde jeder Audi "ein aktiver Teil des Internets". Um eine bessere Verbindung zu ermöglichen, wird der Hersteller seine Autos künftig mit einer LTE- statt wie bisher mit einer UMTS-Schnittstelle ausstatten.

Der A3 ist ab Sommer 2012 verfügbar - allerdings zunächst nur mit einem Verbrennungsantrieb.  (wp)


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