Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/linux-weitere-android-patches-fuer-kernel-3-4-1203-90394.html    Veröffentlicht: 09.03.2012 12:16    Kurz-URL: https://glm.io/90394

Linux

Weitere Android-Patches für Kernel 3.4

Das Linaro-Projekt hat weitere Patches des Android-Kernels für die Integration in den Linux-Kernel 3.4 eingereicht. Langfristig sollen sämtliche Android-Änderungen in den offiziellen Kernel übernommen werden.

Der Entwickler John Stultz vom Linaro-Projekt hat neue Patches für den Linux-Kernel 3.4 eingereicht, die vom Android-Kernel stammen. Ziel des Projekts ist es, die beiden bislang unabhängig voneinander entwickelten Kernel-Zweige wieder zu vereinen. Seit längerem beklagen die Kernel-Entwickler, dass der Code des Linux-Kernels in Android nicht mehr zum offiziellen Kernel kompatibel ist. Eine der wichtigsten Vorgaben in der Open-Source-Welt ist jedoch, dass weiterentwickelter Code wieder in das Projekt zurückfließt, aus dem es ursprünglich stammt, und so anderen Entwicklern wieder zur Verfügung steht.

Die Patches sollen im Staging-Bereich landen, in dem Code-Änderungen geprüft werden und auf ihre Aufnahme in den Kernel-Code warten. Er soll bereits in die übernächste Linux-Version 3.4 einfließen, die im Sommer 2012 veröffentlicht wird. Die bislang bescheidenen Codeteile behandeln die Speicherverwaltung in Pstores (Persistent Storage) und der Ram-Console.

Bereits Ende 2011 hatte Tim Bird, Sony-Mitarbeiter und Mitglied der Consumer-Electronics-Arbeitsgruppe der Linux Foundation, angeregt, die beiden Kernel-Projekte wieder zusammenzuführen. Die Kernel-Entwickler hatten den Android-Code Ende 2009 aus dem Kernel entfernt, weil er veraltet war. Sie warfen Google mangelndes Engagement bei der Code-Pflege vor.

Bei der Anfang 2010 geführten Diskussion über die Rückkehr des Android-Codes erklärte Googles Open-Source-Chef Chris DiBona, es werde mehrere Jahre dauern, denn inzwischen sei der Code weitgehend inkompatibel, vor allem die bei Android verwendeten Wakelocks, über die der Kernel daran gehindert werden kann, in den Schlafmodus zu gehen. Die Funktion sei nicht hinreichend geprüft und schlecht umgesetzt, monierten damals die Kernel-Entwickler.  (jt)


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