Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/canon-eos-5d-mark-iii-dslr-macht-bessere-fotos-und-videos-sowie-hdr-aufnahmen-1203-90199.html    Veröffentlicht: 02.03.2012 08:48    Kurz-URL: https://glm.io/90199

Canon EOS 5D Mark III

DSLR macht bessere Fotos und Videos sowie HDR-Aufnahmen

Canon hat die digitale Spiegelreflexkamera EOS 5D Mark III vorgestellt, die zwischen dem Erfolgsmodell 5D Mark II und der kommenden EOS-1D X angesiedelt ist. Sie verfügt über ein Autofokussystem mit 61 Messpunkten, nimmt 6 Bilder pro Sekunde auf und macht bessere Fotos und Videos als die 5D Mark II.

Canon EOS 5D Mark III ist ausdrücklich kein Nachfolger für die EOS 5D Mark II, sondern ist zwischen der 5D Mark II und der kommenden EOS-1D X positioniert. Dennoch stellt die EOS 5D Mark III eine Weiterentwicklung der EOS 5D Mark II dar und nutzt dazu einiges an Technik aus der 1D-X. Canon hat Wünsche von Filmemachern aufgegriffen und verspricht längere und rauschärmere Filme. Zudem verfügt die 5D Mark III über einen integrierten Audioausgang, so dass der Ton direkt an der Kamera kontrolliert werden kann.

Die 5D Mark III ist mit einem Vollformat-CMOS-Sensor mit 22,3 Megapixeln ausgestattet. Canon hat den in der 1D X genutzten Bildprozessor Digic 5+ sowie das dort verwendete Autofokussystem mit 61 Messpunkten verbaut. Darunter sind 36 Kreuzsensoren und 5 Doppelkreuzsensoren.

Verbesserte Videoaufnahmen

Die Möglichkeit, hochwertige Videos auch in schlechten Lichtsituationen aufzunehmen, war einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren der 5D Mark II. Komplette Fernsehproduktionen werden mit der Spiegelreflexkamera umgesetzt. Mit der 5D Mark III geht Canon diesen Weg weiter und nimmt gezielte Verbesserungen vor, die sich Filmemacher gewünscht haben.

Die 5D Mark III nimmt HD-Filme in 1080p mit 24 (23,976), 25 und 30 (29,97) Bildern/Sekunde sowie 720p mit 60 (59,94) und 50 Bildern/Sekunde auf. Filme in Standardauflösung macht sie mit 30 (29,97) und 25 Bildern/Sekunde.

Dabei unterstützt die Kamera neue H.264-Kompressionsformate: Intraframe (ALL-I), das sich besser schneiden lässt, und Interframe (IPB) für höhere Speichereffizienz. Wie die EOS-1D X unterstützt auch die 5D Mark III zwei SMPTE-konforme Methoden, einen Timecode einzubetten: Rec Run und Free Run. Damit sollen sich die Aufnahmen mehrerer Kameras in der Postproduktion leichter zusammenfügen lassen.

Zudem kann die Kamera längere Videos mit bis zu 29 Minuten und 59 Sekunden aufnehmen, die sich über mehrere 4 GByte große Dateien verteilen können.

Zur direkten Kontrolle des aufgenommenen Tons hat Canon einen Audioausgang und eine manuelle Audiokontrolle mit 64 Stufen integriert. Es gibt auch einen Windfilter und die Tonaufnahme kann komplett abgeschaltet werden. Aufgenommen wird der Ton entweder mit dem integrierten Monomikrofon oder über einen Stereo-Klinkeneingang.

Bessere Bildqualität

Der neue Vollformatsensor soll zusammen mit dem Bildprozessor Digic 5+ die Bildqualität verbessern. So sollen die Aufnahmen der 5D Mark III sichtbar weniger Moiré und Farbartefakte in Szenen mit horizontalen Linien aufweisen als bei der 5D Mark II.

Dank eines neuen Mikrolinsendesigns, einer neuen Struktur der Photodioden und einer besseren Rauschunterdrückung im Chip sollen bessere RAW- und JPEG-Bilder sowie Filme entstehen. Da der Sensor mit doppelter Bandbreite an den Bildprozessor angebunden ist, sind Serienaufnahmen mit bis zu 6 Bildern/Sekunde möglich - halb so viel wie bei der 1D X, aber rund 50 Prozent mehr als bei der 5D Mark II. Zudem soll dies die Videoqualität verbessern.

Vor allem bei geringer Lichtstärke soll die 5D Mark III ihre Vorteile ausspielen. Dabei unterstützt die Kamera standardmäßig Einstellungen zwischen ISO 100 und 25.600 sowie im erweiterten Modus zwischen ISO 50 und 102.400.

HDR-Aufnahmen dank schnellem Bildprozessor

Der Digic 5+ ist rund 17-mal schneller als der in der EOS 5D Mark II eingesetzte Digic 4. Die erhöhte Rechenleistung nutzt Canon, um einige neue Funktionen zu realisieren, darunter HDR und Mehrfachbelichtungen, eine bessere RAW-Verarbeitung, eine vergleichende Bildanzeige und automatische Szenenintelligenz. Zudem werden Compact-Flash-Karten mit UDMA 7 unterstützt.

Der Bildprozessor unterstützt auch RAW-Aufnahmen mit verminderter Auflösung: M-RAW mit 10,5 Megapixeln und S-RAW mit 5,5 Megapixeln. Dabei bleibt das volle Sichtfeld erhalten.

Der HDR-Modus der EOS 5D Mark III fügt drei Bilder mit unterschiedlichen Belichtungsstufen in einer Aufnahme zusammen, was vor allem für Landschafts- und Architekturaufnahmen gedacht ist. Die Einzelaufnahmen können bis zu drei Belichtungsstufen voneinander abweichen und es stehen fünf HDR-Einstellungen zur Verfügung, von natürlich bis extrem künstlich. Die drei Einzelaufnahmen können zudem einzeln gespeichert werden.

Belichtungsreihen kann die 5D Mark III mit bis zu 7 Aufnahmen durchführen, wobei +/- 5 Belichtungsstufen eingestellt werden können.

Multiple Exposure

Den Modus "Multiple Exposure" übernimmt die Kamera von der EOS-1D X. Bis zu neun Einzelbilder können hier zu einem Bild zusammengefügt werden, ohne dass es Nacharbeiten am Rechner bedarf. Dabei stehen vier Methoden zum Zusammensetzen der Bilder zur Verfügung: Ergänzend, Durchschnitt, Hell und Dunkel. Die Ergebnisse können in Echtzeit betrachtet werden. Dabei kann das letzte Bild gelöscht und fortgefahren werden. Zudem kann ein zuvor aufgenommenes RAW-Bild als Startpunkt für eine Mehrfachbelichtung genutzt werden.

Vergleichende Wiedergabe

Die vergleichende Wiedergabe (Comparative Playback) erlaubt es, zwei Bilder nebeneinander auf dem 3,2 Zoll großen Display der Kamera zu betrachten, einschließlich Histogramm und Vergrößerung.

Schnell und robust

Die EOS 5D Mark III steckt in einem robusten Gehäuse aus Magnesium und Aluminium, das staub- und schmutzresistent ist. Die Kamera ist zwar nicht wasserdicht, soll aber mit Wasser besser klarkommen als der 5D Mark II.

Der Verschlussmechanismus wurde optimiert und ist nun für rund 150.000 Verschlusszyklen ausgelegt. Die Auslöseverzögerung wurde auf 59 Millisekunden reduziert.

Das auf der Rückseite eingebaute Display ist 3,2 Zoll groß und verfügt über 1,04 Millionen Pixel. Auch der Sucher wurde verbessert: Er weist dasselbe 100-Prozent-Gesichtsfeld wie die EOS 7D auf, Gitternetzlinien sind bei Bedarf auf dem LCD einblendbar.

Akku reicht für 950 Fotos

Die EOS 5D Mark III nutzt Canons Akku LP-E6, der auch in der 5D Mark II, 7D und 60D zum Einsatz kommt. Eine Akkuladung soll für rund 950 Bilder ausreichen, rund 100 mehr als bei der 5D Mark III.

Zwei Speicherkarten

Die EOS 5D Mark III nimmt zwei Speicherkarten zugleich auf, eine Compact-Flash-Karte vom Typ 1 und eine SD-Karte, wobei SD, SDHC und SDXC unterstützt werden. Die Kamera kann wahlweise alle Aufnahmen auf beide Karten speichern oder auf jeder Karte eine andere Bildgröße ablegen. Alternativ können die Speicherkarten nacheinander genutzt werden, ist die eine voll, nutzt die Kamera die andere.

Zubehör

Canon bringt passend zur EOS 5D Mark III auch neues Zubehör auf den Markt, darunter ist der Wireless File Transmitter WFT-E7A, der WLAN nach 802.11 a/b/g/n unterstützt. Er wird per USB an die Kamera angeschlossen und verfügt über eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle. Zudem gibt es optional den GPS Receiver GP-E2 und den Akkugriff BG-E11. Mit dem Speedlite 600EX-RT gibt es außerdem ein neues Blitzgerät mit integriertem Funk-Transmitter. Damit können bis zu 15 Blitzgeräte zusammengeschaltet werden.

Preis und Verfügbarkeit

Die EOS 5D Mark III soll noch im März 2012 für 3.299 Euro zu haben sein - nur der Kamerabody, ohne Objektiv.  (ji)


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