Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hands-on-asus-padfone-station-smartphone-tablet-netbook-ueberzeugt-1202-90102.html    Veröffentlicht: 28.02.2012 15:37    Kurz-URL: https://glm.io/90102

Hands on Asus Padfone Station

Smartphone-Tablet-Netbook überzeugt

Mit einem neuen Konzept wagt Asus einen Neueinstieg in den Smartphone-Markt, nachdem die Zusammenarbeit mit Garmin gescheitert ist: dem Padfone Station. Das Android-Smartphone Padfone lässt sich in ein Tablet und mit Zubehör in ein Netbook verwandeln.

Das Android-Smartphone Padfone ist die Basis von Asus' 3-in-1-Konzept. Auf dem Smartphone befindet sich das Betriebssystem Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich und darauf werden auch alle Daten gespeichert. Das Padfone kann in das mitgelieferte Tabletgehäuse geschoben werden, diese Kombination nennt Asus Padfone Station. Der Einschubmechanismus am Tabletgehäuse macht einen stabilen Eindruck. Damit das Padfone nicht versehentlich herausrutschen kann, wird es von einer Klappe geschützt.

Durch Öffnen der Klappe wird das Smartphone aus der Tablethülle geschoben und kann so bequem entnommen werden. Beim Ein- und Ausstecken gibt es eine Vibration als Rückmeldung. Das Umschalten zwischen Smartphone- und Tabletmodus geht ohne lästige Wartezeit vonstatten. Bei der Wiedergabe von Videos gibt es nur eine minimale Unterbrechung, wenn dabei das Mobiltelefon in die Tabletumhüllung gesteckt oder entnommen wird. Das dazugehörige Verfahren hat sich Asus unter der Bezeichnung Dynamic View patentieren lassen.

Das Tabletgehäuse enthält einen eigenen 24,4-Wattstunden-Akku. Damit kann der Akku im Smartphone geladen werden, so dass es zur mobilen Ladestation mutieren kann. Allerdings muss der Tabletakku auch den 10-Zoll-Touchscreen des Tabletgehäuses mit Strom versorgen. Das Tabletdisplay mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln ist mit Gorilla-Glas vor Kratzern und Beschädigungen geschützt.

Das Tablet misst 273 x 176,9 x 13,6 mm und hat auf der Gerätevorderseite eine Kamera für Videokonferenzen. Als Hauptkamera wird die im Padfone verwendet. Für die Smartphone-Kamera hat die Schutzklappe des Einschubmechanismus passende Aussparungen. Das Tablet hat Antennen für GPS, Mobilfunk und WLAN, um eine gute Empfangsleistung zu erreichen. Auch mit eingestecktem Padfone war kein unangenehmes Ungleichgewicht auszumachen, aufgrund der Gewichtsverteilung gab es keine Probleme beim Halten des Tablets.

Im Vergleich zu anderen Tablets fällt die Ausbuchtung für das Smartphone am Tabletgehäuse auf. Wer auf ein besonders dünnes Tablet Wert legt, wird sich mit dem Padfone Station nicht anfreunden können.

Neue Docking-Architektur für das Padfone

Als Zubehör wird Asus für das Padfone Station eine Dockingtastatur anbieten und setzt damit das Konzept der bisherigen Eee-Pad-Transformer-Modelle fort: Mit der Tastatur verwandelt sich das Padfone Station in ein Netbook. Die Tastatur hat nochmals einen Akku, zu dem nur bekannt ist, dass es ein 6.600-mAh-Akku ist. Zudem gibt es an der Tastatur zwei USB-Anschlüsse, einen Ladeanschluss und einen Micro-SD-Kartensteckplatz, der kompatibel zum SDXC-Standard ist. Dieser ergänzt den Micro-SD-Kartensteckplatz im Smartphone.

Die Docking-Anschlüsse am Padfone Station und an der Docking-Tastatur seien nicht kompatibel mit den Docking-Anschlüssen der Eee-Pad-Transformer-Serie, erklärte Asus auf Nachfrage von Golem.de. Begründet wurde das damit, dass das Padfone Station eine andere Gewichtsverteilung habe als das reine Tablet. Dafür sei eine neue Docking-Konstruktion erforderlich gewesen, damit das Gerät im Netbook-Gebrauch nicht umkippe. Beim Ausprobieren war das Tippgefühl auf der Tastatur zufriedenstellend.

Der Vorteil des 3-in-1-Gerätekonzepts ist, dass der Anwender direkt auf alle Daten ohne Umwege per Smartphone, Tablet oder Netbook zugreifen und diese beliebig bearbeiten kann. Allerdings: Wenn das Smartphone im Tabletgehäuse steckt, kann nur per Bluetooth-Technik telefoniert werden. Als Zubehör gibt es von Asus ein spezielles Bluetooth-Headset in Stiftform. Der Stift kann auch zur Bedienung des Smartphone- oder Tablet-Touchscreens verwendet werden, um etwa Notizen anzulegen. Speziell dafür gibt es eine Anwendung mit Handschriftenerkennung, mit der auch Fotos und Videos kommentiert werden können.

Im zweiten Quartal 2012 will Asus das Padfone Station als Paket auf den Markt bringen, also das Smartphone mit dem Tabletgehäuse. Die Docking-Tastatur sowie den Bluetooth-Stift wird es als Zubehör geben. Damit will Asus erreichen, dass der Gesamtpreis nicht zu hoch ausfällt. Das Padfone Station könnte dann zu einem niedrigeren Preis angeboten werden als ein separates Smartphone samt Tablet. Preise zum Padfone Station und zum Zubehör will Asus erst in einigen Monaten veröffentlichen. Bisher ist noch unklar, ob das Padfone Station direkt bei einem Netzbetreiber angeboten wird.

Asus schlägt einen pfiffigen Weg ein, mit einer neuartigen Gerätegattung in den Markt für Mobiltelefone neu einzusteigen. Auch mit den Eee-Pad-Transformer-Modellen konnte sich Asus recht erfolgreich von der Tabletkonkurrenz absetzen. Über den Markterfolg der Padfone Station wird nun vor allem entscheiden, wie viel Kunden für das Gerät zahlen müssen.  (ip)


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