Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cord-cutters-manifest-fernsehen-wann-wo-und-auf-welchem-geraet-wir-wollen-1202-90003.html    Veröffentlicht: 24.02.2012 09:26    Kurz-URL: https://glm.io/90003

Cord-Cutters-Manifest

Fernsehen wann, wo und auf welchem Gerät wir wollen

Mark Glaser, leitender Redakteur bei "PBS Mediashift", ruft das "Cord-Cutters-Manifest" aus. Es richtet sich zwar an die US-Kabelfernsehanbieter, seine Forderungen dürften aber auch hierzulande vielen aus dem Herzen sprechen.

Die US-Kabelfernsehanbieter sollen sich der Zukunft stellen und aufhören, ihre Kunden zu zwingen, Pakete mit 500 Sendern für Abogebühren von 75 US-Dollar im Monat zu buchen, wenn sie doch eigentlich nur einige wenige Sender sehen wollen. Das mag zwar nur für US-Kunden relevant sein, doch Glasers Lösungsvorschläge dürften Nutzer auf der ganzen Welt unterstützen.

Glaser stellt fünf konkrete Forderungen auf: Erstens wollen wir Sendungen unserer Wahl sehen, und zwar auf dem von uns gewünschten Gerät oder Display. Dafür sei man dann bereit, einen fairen Preis zu bezahlen, aber eben keine monatliche Kabelgebühr.

Zweitens plädiert Glaser für ein Pay-per-View-Modell, wie es heute schon existiert. Während die einen 4,99 US-Dollar für einen Film zahlen, der gerade erst im Kino lief, geben andere 50 US-Dollar aus, um einen Boxkampf zu sehen. Dieses Modell sollte auch das Fernsehen nutzen, so dass Zuschauer eine Serienfolge für 99 US-Cent, ein Staffelfinale für 1,99 US-Dollar oder eine ganze Staffel für 9,99 US-Dollar schauen können. Er verweist auf Apples iTunes, will ein solches Angebot nur eben nicht an einen einzelnen Anbieter gebunden sehen.

Glasers dritte Forderung: Sportübertragungen sollen jedem im ganzen Land oder gar weltweit angeboten werden, beispielsweise zum Preis von 1,99 US-Dollar pro Spiel. Im Punkt 4 bekräftigt Glaser die Forderung, Inhalte auf jedem Gerät abspielen zu können, vom Smartphone bis zum Fernseher. Systeme, die dabei einen Kabelvertrag voraussetzen, seien keine Option.

Im letzten Punkt wehrt sich Glaser gegen die Bündelung vieler Inhalte, bei denen die wenigen guten viele schlechte mitfinanzieren, um für eine große Vielfalt zu sorgen.

Mark Glaser hat bei Change.org eine Petition eingerichtet, mit der sich andere seinen Forderungen anschließen können. Glaser selbst ist Chefredakteur der Sendung Mediashift, die von der nichtkommerziellen TV-Senderkette PBS ausgestrahlt wird.  (ji)


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