Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/apple-store-muenchen-apple-beschaeftigte-fordern-mehr-lohn-1202-89851.html    Veröffentlicht: 17.02.2012 10:40    Kurz-URL: https://glm.io/89851

Apple Store München

Apple-Beschäftigte fordern mehr Lohn

Erstmals haben Mitarbeiter eines Apple Retail Store in Deutschland einen Betriebsrat gegründet. Die Beschäftigten in München wollen für mehr Lohn, längere Pausen und bessere Arbeitsbedingungen kämpfen.

Die Beschäftigten des Apple Retail Store in München haben einen Betriebsrat gegründet. Das berichtet das Manager Magazin unter Berufung auf die Gewerkschaft Verdi. Ein Verdi-Sprecher sagte Golem.de, dass dies nach seiner Kenntnis der erste Betriebsrat in einem Apple Retail Store in Deutschland sei. "Wir haben Ende vergangenen Jahres damit begonnen, bei der Gründung zu helfen. Eines der Hauptmotive für die Bewegung ist, dass Apple keine Tariflöhne zahlt. Der Einzelhandelstarifvertrag findet keine Anwendung. Es gibt ein relativ undurchschaubares Prämiensystem. Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld werden nicht gezahlt. Die Bezahlung ist unterdurchschnittlich."

Der Betriebsrat sei nach intensiven Vorbereitungen im Januar 2012 gewählt worden und hätte mit seiner Tätigkeit begonnen, sagte er.

Nachdem Apple gemerkt habe, dass es genügend Mitarbeiter gibt, die einen Betriebsrat gründen wollen, sei das Unternehmen sehr kooperativ gewesen. "Apple hat in keinster Weise versucht, die Betriebsratsgründung zu behindern", erklärte der Verdi-Sprecher. Die Wahlvorbereitung und Durchführung sei problemlos verlaufen. Auch gegenüber Verdi-Vertretern habe es bisher kein aggressives Verhalten seitens Apple gegeben.

Die Beschäftigten würden Überstunden machen, weil der Stundenlohn so niedrig sei. In dem oft mit Kunden überfüllten Apple Retail Store sei die Tätigkeit der Verkäufer und anderer Beschäftigten oft extrem anstrengend.

Im November 2011 hatte Apple weltweit rund 50.000 Beschäftigte, davon 30.000 in den Apple Retail Stores.

Die Apple Retail Workers Union ging am 19. Mai 2011 in den USA erstmalig an die Öffentlichkeit. Kritisiert wurde, dass die Apple-Verkäufer trotz einer sehr anstrengenden Tätigkeit unter schlechter Entlohnung, zu kurzen Pausenzeiten und mangelnden Weiterbildungsmöglichkeiten litten. Die Initiative für eine gewerkschaftliche Organisierung kam aus der San Francisco Bay Area. Die Facebook-Seite der Apple Retail Workers Union verzeichnet 957 "Likes".  (asa)


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