Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/nach-hackerangriff-polizei-webserver-in-nordrhein-westfalen-seit-12-tagen-down-1202-89719.html    Veröffentlicht: 11.02.2012 21:30    Kurz-URL: https://glm.io/89719

Nach Hackerangriff

Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit 12 Tagen down

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen bekommt die Folgen eines schweren Hackerangriffs nicht in den Griff, der zuerst verheimlicht wurde. Seit zwölf Tagen sind die Webserver komplett abgeschaltet. Ein Ende der Offlinezeit ist nicht absehbar.

Die Webserver der nordrhein-westfälischen Polizei sind seit zwölf Tagen offline. Wie das Westfalen-Blatt berichtet, sind massive Hackerangriffe die Ursache. Zuvor wurde von einem Sprecher des NRW-Innenministeriums behauptet, dass eine Sicherheitslücke, die bei einer Überprüfung gefunden wurde, der Grund für die Vorsichtsmaßnahme sei. Angaben dazu, welche Hacker den Angriff durchgeführt haben, wurden nicht öffentlich gemacht.

Eine externe Sicherheitsfirma würde zusammen mit IT-Spezialisten der Polizei umfangreiche Sicherheitstests durchführen, sagte die Sprecherin des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste in Duisburg, Inka Gieseler-Wehe, der Zeitung. Geprüft werde, ob Daten manipuliert wurden. Staatsanwaltschaft und Polizei Düsseldorf hätten Ermittlungen eingeleitet. Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg ist eigentlich zuständig für das Funktionieren des Internetauftritts.

Nach den Hackerangriffen waren die Webserver bereits am Abend des 30. Januars vom Netz getrennt worden. Am Donnerstag kommender Woche werde ein umfassendes Gutachten zur Datensicherheit bei der Polizei erwartet. Die Erkenntnisse darin müssten dann erst bewertet werden. Somit könnten derzeit keine Angaben darüber gemacht werden, wann die Polizei wieder online gehe, sagte Gieseler-Wehe.

Es werde geprüft, ob das komplette Datensicherungssystem der Polizei geändert werden müsse.

Auf der Webseite ist weiter zu lesen: "Die Internetangebote der Polizei NRW stehen derzeit leider nicht zur Verfügung. Wenden Sie sich bitte an die örtlichen Polizeibehörden oder wählen Sie in dringenden Fällen den Notruf 110."  (asa)


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