Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/eu-datenroaming-nur-noch-maximal-50-cent-mbyte-ab-juli-angestrebt-1202-89709.html    Veröffentlicht: 10.02.2012 16:53    Kurz-URL: https://glm.io/89709

EU-Datenroaming

Nur noch maximal 50 Cent/MByte ab Juli angestrebt

Das Europäische Parlament will den Maximalpreis für den mobilen Internetzugriff im EU-Ausland ab Juli 2012 auf 50 Cent pro MByte verringern. Bis Mitte 2014 ist eine Absenkung auf 20 Cent pro MByte vorgesehen. Auch der SMS-Versand und Handygespräche sollen billiger werden.

Ab 1. Juli 2012 will das Europäische Parlament die Obergrenze für Datenroaming im EU-Ausland auf 50 Cent pro MByte verringern. Damit gehen die Vorschläge des Parlaments über das hinaus, was die EU-Kommission im Juli 2011 angepeilt hatte. Die EU-Kommission wollte die Preisobergrenze für mobile Datennutzung erst Mitte 2014 auf maximal 50 Cent pro MByte festlegen. Bislang gibt es für Datenroaming innerhalb der EU keine Preisobergrenzen.

In einem weiteren Schritt strebt das EU-Parlament an, dass das Datenroaming ab Mitte 2014 innerhalb des EU-Auslands nur noch maximal 20 Cent pro MByte kosten darf. Neben dem EU-Datenroaming geht es dem EU-Parlament auch um die weitere Absenkung der Preisobergrenzen für den SMS-Versand und für Telefonate im EU-Ausland. Der SMS-Preis soll ab 1. Juli 2012 auf maximal 7 Cent pro Nachricht verringert werden, bis Mitte 2014 ist eine Absenkung auf 5 Cent vorgesehen.

Preisrutsch bei Handytelefonaten im EU-Ausland geplant

Auch die Roaminggebühren für Handytelefonate sollen weiter fallen. Für ein angenommenes Gespräch im EU-Ausland soll ab dem 1. Juli 2014 die Preisobergrenze bei 5 Cent pro Minute liegen. Dafür setzt sich die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler ein, von der die Vorschläge zu den neuen EU-Roamingrichtlinien stammen. Auf diese Grenzwerte haben sich die Fraktionen des EU-Parlaments nun geeinigt. Niebler ist die zuständige Europaabgeordnete für die Neufassung der Roaming-Verordnung.

"Die Preise für den Verbraucher müssen weit stärker sinken als von der EU-Kommission vorgeschlagen", begründete Niebler ihre Vorschläge. Mobilität innerhalb Europas sei für viele mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, dementsprechend müssten die Preise für den Datenverkehr daran angepasst werden, meint Niebler.

"Es kann nicht sein, dass man horrende Preise zahlen muss, wenn man auf Geschäftsreise in Nachbarländer fährt oder aus dem Urlaub mit Freunden und Familie Kontakt aufnehmen will", betont die CSU-Europaabgeordnete. "Der Markt muss geöffnet werden, damit das Telefonieren, SMS schreiben und Surfen im Netz auf dem Smartphone jenseits der Grenze möglich ist, ohne danach Preisschocks zu erhalten."

Am 28. Februar 2012 will der federführende Industrieausschuss des Europäischen Parlaments über diesen Vorschlag abstimmen. Im April 2012 soll die neue EU-Roamingverordnung dann im Plenum des Europäischen Parlaments beschlossen werden.  (ip)


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