Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ssd-520-cherryville-intels-neue-ssd-schreibt-500-mbyte-s-manchmal-1202-89587.html    Veröffentlicht: 06.02.2012 17:12    Kurz-URL: https://glm.io/89587

SSD 520 Cherryville

Intels neue SSD schreibt 500 MByte/s - manchmal

Als Serie 520 ist Intels neue SSD nun verfügbar. Sie war lange unter dem Codenamen "Cherryville" bekannt. Der Controller stammt von Sandforce, was mit Kompression hohe Schreibraten ermöglicht. Von der Art der Daten und der Größe der SSD hängt aber das Tempo ab.

Mit der Serie 520 will Intel die bisherige SSD 320 (Postville G3) und die Serie 510 (Elm Crest) zu einer Produktlinie zusammenfassen. Das Unternehmen bezeichnete die SSD 520 gegenüber Golem.de auch ausdrücklich als Nachfolger der Serie 320. Die neuen Solid-State-Drives sollen sowohl für den privaten, als auch für den professionellen Einsatz geeignet sein.

Demnach gibt es die Geräte in Kapazitäten von 60 bis 480 GByte, alle arbeiten mit 6-GBit-SATA und laufen auch an Ports mit 3 GBit/s. Die Flash-Chips sind im Fertigungsverfahren mit 25 Nanometern Strukturbreite hergestellt und setzen weiterhin auf MLC-Flash. Galt nur SLC-Flash vor einigen Jahren noch als langlebig und daher als einzige Wahl für Server und Workstations, so sollen das nun verbesserte Wear-Levelling-Algorithmen geändert haben. Intel gewährt fünf Jahre Garantie, was Festplattenhersteller inzwischen nicht mehr bieten.

Die Laufwerke mit 120, 180 und 240 GByte gibt es auch mit nur sieben Millimetern Bauhöhe für besonders flache Notebooks. Alle Kapazitäten sind daneben auch in der herkömmlichen Bauform mit 9,5 Millimetern Stärke erhältlich.

Da Intel weiterhin bei den kleineren SSDs nicht alle zehn Kanäle des Controllers nutzt, sind diese Laufwerke langsamer als die größeren Modelle. Dauerhaftes Lesen sollen alle Versionen mit bis zu 550 MByte/s schaffen, aber erst ab 180 GByte Kapazität ist Schreiben mit bis zu 520 MByte/s möglich.

Besonders schnell nur mit Kompression

Das gilt aber nur für stark komprimierbare Daten, wie Golem.de mit einer SSD 520 von 240 GByte Kapazität überprüft hat. Wurden dabei Zufallszahlen geschrieben, erreichte das Laufwerk zwar immer noch beachtliche 308 MByte/s. Bei Testdaten, die nur aus Leerzeichen bestanden, waren es 505 MByte/s. Die Schreibgeschwindigkeit ist aber für viele Anwender weniger wichtig, am interessantesten ist bei SSDs immer noch das schnelle Starten von Anwendungen. Die über 300 MByte/s sind aber auch mit schlecht komprimierbaren Mediendateien erreichbar.

Der Flash-Controller stammt nun nicht mehr von Intel selbst, sondern so wie bei vielen SSDs anderer Hersteller von LSI Sandforce. Intel zufolge wurde dafür aber zusammen mit den Entwicklern der Hardware eine eigene Firmware entwickelt. Diese beherrscht unter anderem Full-Disc-Encryption nach AES 128.

Die neuen SSDs werden bereits ausgeliefert, Intel nennt für Wiederverkäufer 1.000-Stück-Preise von 149 US-Dollar für 60 GByte, 229 US-Dollar für 120 GByte, 369 US-Dollar für 180 GByte, 509 US-Dollar für 240 GByte und 999 US-Dollar für 480 GByte. Erste Listungen bei europäischen Hardwareversendern verzeichnen Euro-Preise, die rund 10 bis 15 Prozent unter den US-Preisen liegen. Die Laufwerke arbeiten auch mit Intels kürzlich renovierter SDD Toolbox zusammen.

Nachtrag vom 12. Juni 2012, 17:55 Uhr

Anders als ursprünglich angegeben beherrscht der Sandforce-Controller SF-2000 in den SSD 520 keine AES-Verschlüsselung mit 256 Bit langen Keys, sondern nur AES-128. Die entsprechende Passage in dieser Meldung wurde geändert. Intel bietet Kunden wegen der früheren, falschen Werbeaussage die Möglichkeit, das Laufwerk gegen Erstattung des Kaufpreises zurückzugeben. Die Hintergründe finden sich in einer aktuellen Meldung.  (nie)


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