Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/samsung-electronics-wer-in-den-fabriken-eine-gewerkschaft-will-wird-entlassen-1202-89558.html    Veröffentlicht: 03.02.2012 18:44    Kurz-URL: https://glm.io/89558

Samsung Electronics

"Wer in den Fabriken eine Gewerkschaft will, wird entlassen"

Ein Aktivist aus Südkorea berichtet, das Samsungs "Keine Gewerkschaft"-Policy mit Abhörmaßnahmen verbunden seien. "Jeder, der jemals versucht hat, sich gewerkschaftlich zu organisieren, wurde entlassen oder isoliert", sagt Jeong-ok Kong.

Samsung Electronics soll vielfältige Methoden anwenden, um in Südkorea die Gründung von Gewerkschaftsgruppen in seinen Fabriken zu verhindern. Das berichtet Jeong-ok Kong von der Aktivistenorganisation Sharps (Supporters for the Health And Rights of People in the Semiconductor Industry) im Gespräch mit Golem.de. Sharps hatte Samsung für den Negativpreis Public Eye 2012 in der Schweiz nominiert und dem Konzern eine aggressive "Keine Gewerkschaft"-Policy vorgeworfen, die Transparenz verhindere.

Kong berichtet: "Gegen die Arbeiter, die versucht haben, Gewerkschaftsgruppen aufzubauen, hat Samsung mit direkter und brutaler Unterdrückung reagiert. Abhören und die Verfolgung der Personen sind Standardmaßnahmen. Jeder, der jemals versucht hat, sich gewerkschaftlich zu organisieren oder auch nur zum Ausdruck brachte, Sympathien für die Gewerkschaft zu haben, wurde entlassen oder isoliert."

Samsung erklärt dazu: "Bei Samsung Electronics gibt es keine Gewerkschaften, die nach dem koreanischen Gewerkschaftsgesetzen gegründet wurden." Stattdessen gebe es einen Arbeitsrat, der Organisationsformen in Europa ähnlich sei und Fragen der Arbeitsbedingungen und der Vergünstigungen diskutiere und nach koreanischem Recht löse.

In einer Stellungnahme zu der Nominierung und Vorwürfen über Krebserkrankungen unter Fabrikarbeitern hatte der Konzern betont: "Samsung unterstützt aktives Engagement und die öffentliche Diskussion zu wichtigen Fragen, aber wir glauben, dass es sehr wichtig ist, dass ein solcher Dialog auf einer genauen Darstellung der Tatsachen beruhen sollte"  (asa)


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