Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sicherheitsluecke-polizei-in-nordrhein-westfalen-seit-tagen-offline-1202-89528.html    Veröffentlicht: 02.02.2012 17:59    Kurz-URL: https://glm.io/89528

Sicherheitslücke

Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit Tagen offline

Die Webserver der Polizei in Nordrhein-Westfalen sind seit über zwei Tagen abgeschaltet. Bislang ist es nicht gelungen, die Sicherheitslücke zu schließen.

Die nordrhein-westfälische Polizei hat seit dem Morgen des 31. Januar 2012 ihren kompletten Internetauftritt vom Netz genommen. Das berichtet das Westfalen-Blatt. Grund für die ungewöhnliche Maßnahme sei eine Sicherheitslücke, die bei einer Überprüfung gefunden wurde, so ein Sprecher des NRW-Innenministeriums zum Westfalen-Blatt. Hackern sollten keine Angriffsmöglichkeiten geboten werden.

Alle Daten der Polizei müssten sicher sein. Ziel der Wartungsarbeiten sei, auch die kleinste Sicherheitslücke zu schließen. Wann die Wartungen beendet seien, könne noch nicht gesagt werden. Die Abschaltung der Webserver führe auch zu Einschränkungen bei der polizeiinternen Arbeit, sagte der Sprecher, weitere Landesbehörden seien nicht betroffen.

Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg ist zuständig für das Funktionieren des Internetauftritts.

Auf der Webseite steht weiter zu lesen: "Wenden Sie sich bitte an die örtlichen Polizeibehörden oder wählen Sie in dringenden Fällen den Notruf 110."

Das Zollkriminalamt wurde am 8. Juli 2011 von der Gruppe No Name Crew gehackt. Sie kompromittierte den Server einer Observationseinheit der Zollfahndung aus Karlsruhe und veröffentlichte Rufnummern von Mobilfunkkarten von GPS-Trackern aus dem Zielverfolgungssystem Patras, Namen von Beamten und Angaben zu observierten Fahrzeugen. Durch einen Programmierfehler beim Zollkriminalamt seien Passwörter in der Datenbank gespeichert worden. Die Panne hätte durch Sicherheitstests leicht entdeckt werden können, sagte Jens Heider vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie.

Der FDP-Internetexperte und Mitglied im Innenausschuss des Bundestages, Jimmy Schulz, forderte danach eine konsequente Durchsetzung einiger weniger Mindeststandards in der IT-Sicherheit, womit Hackerangriffe vermieden werden könnten. Schulz: "Die Hacks auf Server der Rewe-Gruppe, auf das Verlagshaus Westermann, auf das Sony Playstation Network, auf Server von Zoll und BKA haben einige Gemeinsamkeiten: In allen Fällen waren die Server entweder mangelhaft abgesichert oder es wurden Fehler bei der Auswahl oder Entwicklung der verwendeten Software gemacht."  (asa)


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