Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1201/89425.html    Veröffentlicht: 31.01.2012 06:01    Kurz-URL: https://glm.io/89425

Radeon HD 7950 im Test

Die vernünftigste Grafikkarte für aktuelle Spiele

Satte 449 Euro will AMD für die Radeon HD 7950. AMDs neue Grafikkarte schlägt in den meisten Tests die nur etwas teurere GTX 580 von Nvidia. Dank beachtlichem Übertaktungspotenzial ist sie sogar die bessere Wahl als die Radeon HD 7970 - und dazu noch wesentlich sparsamer.

Bei neuen GPUs wie AMDs Tahiti-Serie gibt es für gut informierte Käufer eine Faustregel: nicht das Topmodell kaufen, sondern den kleineren Ableger. Das gilt bei der Radeon HD 7950 umso mehr. Nach einer kurzfristigen Verschiebung um vier Wochen solle die nur leicht abgespeckte Version der Radeon HD 7970 nun erhältlich sein - wenn die Chipausbeute beim Auftragshersteller TSMC weiter hoch bleibt.

Der empfohlene Verkaufspreis der 7950 von 449 Euro liegt aber deutlich über der für viele Grafikfans gültigen Schmerzgrenze von 300 Euro. Ihre Leistungen rechtfertigen den Preis bisher. Die GTX 580 von Nvidia als direkter Konkurrent wird in den meisten Tests geschlagen, doch dieses Verhältnis könnte nicht lange so bleiben.

Obwohl Nvidia neue GPUs auf Basis der Architektur Kepler noch nicht einmal angekündigt hat, gab das Unternehmen sich in einem einzelnen Interview - bei Nordichardware - schon mehr als selbstbewusst. Zwar ist die Aussage, der AMD-Konkurrent habe sich von einer neuen Architektur mehr erwartet, als Marketing zu werten. Dennoch ist ein starker Konter nicht unwahrscheinlich, denn: Nvidia muss, anders als AMD, nicht gleichzeitig eine neue Architektur und eine neue Fertigungstechnik einführen. Ein von 40 auf 28 Nanometer geschrumpfter Fermi mit vielen Optimierungen könnte schon ausreichen.

So sind auch die Preise für die Serie Radeon 7000 aus AMDs Sicht mehr als logisch: Es gilt, so viel Geld wie möglich zu verdienen, bevor das Preisgefüge durch Nvidia von oben durcheinander gebracht wird.

Doch noch ist das reine Spekulation - zuerst steht der Test eines Referenzmodells der Radeon HD 7950 an, die wir allen aktuellen Highend-Grafikkarten und einigen älteren Modellen gegenüberstellen. Ab dem 31. Januar 2012 sollen die neuen AMD-Karten in den Läden stehen, trotz der Preisempfehlung von 449 Euro rechnet der Chiphersteller auch zu Beginn schon mit Angeboten um 419 Euro.

800 statt 925 MHz, aber weiter 3 GByte

Die Radeon HD 7950 basiert wie die 7970 auf der Architektur "Graphics Core Next" (GCN). Deren Eigenschaften sind im Test der 7970 bereits ausführlich beschrieben, sodass es hier vor allem um die Unterschiede zwischen den beiden Grafikkarten gehen soll.

An erster Stelle steht der reduzierte Takt von 925 auf 800 MHz bei der 7950. Der lässt sich jedoch leicht ändern: AMD empfiehlt die neue Grafikkarte ausdrücklich fürs Übertakten, und das klappt erstaunlich gut. Unser Exemplar ließ sich ohne Bildfehler auf 1.050 MHz bringen und erreichte dann im 3DMark 11 Performance 7541 statt 6666 Punkte bei 800 MHz. Dabei traten keine Bildfehler auf.

Der Grund für diese hohen stabilen Frequenzen liegt im Design des Kühlsystems, das gegenüber der 7970 nicht verändert wurde. Mehr noch: Die Platinen sind identisch. Damit ist auch die stabile Stromversorgung des größeren Modells vorhanden, es stehen aber nur zwei sechspolige PCIe-Ports statt einem solchen plus einem achtpoligen Verbinder zur Verfügung. Damit darf die 7950 gemäß der Spezifikationen nur 225 Watt aufnehmen, AMD gibt für die Standardtakte 200 Watt "board power" an, was angesichts der Stromsparfunktionen modernder Grafikkarten schon seit Jahren nur ein Richtwert ist.

Einen kleinen Nachteil hat das unveränderte Referenzdesign aber auch. Die Radeon HD 7950 ist mit 28 Zentimetern recht lang. Das muss aber nicht für alle demnächst erhältlichen Modelle gelten, denn AMD hat - ungewöhnlich für eine brandneue Grafikkarte - das Design der Platinen und Kühler von Beginn an für die Boardpartner freigegeben. Mit noch größeren Kühlern wie beispielsweise von Asus mit seiner Direct-CU-Serie ist ebenso zu rechnen wie mit einfacheren und damit billigeren Karten. Zum Markstart dürften aber vor allem Modelle im Referenzdesign erhältlich sein.

Neben dem GPU-Takt hat AMD die nun Tahiti Pro statt Tahiti XT (7970) genannte GPU nur leicht abgespeckt. Statt 2048 gibt es nun 1792 Rechenwerke. Schwerer wiegt die Reduktion der Textureinheiten von 128 auf 112, sie wirkt sich bei Auflösungen jenseits von 1920 x 1080 Pixeln stärker aus als die fehlende Rechenleistung. Der Speicher läuft statt mit 1375 mit 1250 MHz, ist aber weiterhin 3 GByte groß. Insgesamt ergibt sich durch die Änderungen rein rechnerisch eine 10 bis 15 Prozent langsamere Grafikkarte als die 7970.

Unverändert blieb die Bestückung der Monitoranschlüsse: 1 x DVI Dual-Link, 2 x Mini-Displayport und 1 x HDMI 1.4 stehen zur Verfügung. Alle Ports lassen sich gleichzeitig betreiben, jedes Display erhöht je nach Auflösung die Leistungsaufnahme unter Windows um 10 bis 15 Watt.

Testsystem und Verfahren

Als Antrieb für die Grafikkarten kommt unsere Testplattform für Grafikkarten zum Einsatz. Als Mainboard dient das Asus P6T Deluxe 1.0 mit X58-Chipsatz und einem Core i7 975 mit 3,33 GHz nominalem Takt. 6 GByte DDR3-1.333-Speicher von Corsair werden von Windows 7 Ultimate in der 64-Bit-Version voll genutzt. Die Timings für das RAM liegen bei 8-8-8-24.

Das Netzteil, ein Dark Power Pro von BeQuiet mit 850 Watt Nennleistung, blieb auch für die Radeon HD 7950 unverändert, es ist mit Zertifizierung nach 80+ recht effektiv - kleinere Netzteile können jedoch auch insgesamt geringere Leistungsaufnahmen ergeben. Intels SSD-X25 lieferte die Daten, eine Barracuda ES.2 von Seagate diente für Patches und Images.

Die Spieletests führen wir in der praxisnahen Einstellung mit achtfacher anisotroper Filterung und vierfachem Antialiasing durch, die spielinternen Detailstufen werden stets auf das Maximum gesetzt, um die Highend-Karten zu fordern. Einige synthetische Benchmarks wie "Heaven" geben ein Abschalten des Antialiasing vor, da sonst die Werte noch niedriger werden. Wir haben deshalb diese Einstellung beibehalten.

Um die Grafikkarten zu fordern, wird der Lasttest mit 3DMark Vantage bei 16xAF und 8xAA durchgeführt (Voreinstellung "Extreme"), das Warten auf den Bildaufbau (VSync) ist bei allen Tests per Treiber und in der Anwendung ausgeschaltet. Die Einstellungen für die Filterfunktionen finden sich auch stets in den Bildunterschriften der Diagramme.

Wir unterscheiden bei den Diagrammen nach Programmen für DirectX-10 und solchen für DirectX-11. Bei den Spielen mit DirectX-11-Funktionen werden nur die Grafikkarten getestet, welche diese Schnittstelle auch unterstützen.

Durch das kurzfristige Eintreffen der 7950 konnten nicht mehr alle relevanten Karten auch mit den für unseren Parcours neuen Spielen wie Skyrim und Modern Warfare 3 vermessen werden. Daher finden sich nicht alle Karten in allen Diagrammen. Der Vergleich zwischen 7970, 7950 und GTX 580 ist jedoch stets gegeben.

Synthetische Benchmarks und Tessellation

Wie viel eine neue Architektur in Verbindung mit hohen Takten bringt, zeigt sich schon bei 3DMark11. Der synthetische Benchmark lässt die 7970 über 40 Prozent schneller aussehen als eine 6970, die Karte kommt sogar in die Nähe einer GTX 590, die über zwei GPUs verfügt. Dieser große Vorsprung zeigt sich aber in der Folge nicht bei allen Spielen. Die 7950 ist nur knapp 13 Prozent langsamer, bei 1.050 MHz erreicht sie das Niveau der 7970

Seit seinem Erscheinen ist Heaven von Unigine das Aushängeschild für die DirectX-11-Funktion der Tessellation. Nvidia hatte vor dem Marktstart der GTX 480 stets betont, AMD in diesem Punkt überlegen zu sein. Das ist nun Geschichte: Selbst bei der Einstellung "Extreme" für die Tessellation liegt die 7970 deutlich vor der GTX 580, AMDs umstrittene Optimierung des Tessellationsfaktors war dabei abgeschaltet.

Gut 70 Prozent schneller ist AMDs neue Karte im Vergleich zur 6970 - die neuen Tessellatoren arbeiten offenbar wesentlich besser. Ebenso gut skalieren diese Funktionseinheiten bei der 7950, die aber insgesamt langsamer ist - die GTX 580 schlägt sie dennoch selbst bei extremer Tessellation.

Das gleiche Bild zeigt auch der ältere 3DMark Vantage. Sowohl in der Einstellung Performance als auch bei Extreme ist eine Radeon 7970 schneller als eine GTX 580, und zwar insbesondere bei der anspruchsvolleren Einstellung. Das ist einer der seltenen Fälle, wo sich auch ein besonders großer Grafikspeicher bemerkbar macht. Das gilt auch für die 7950, die aber in beiden Modi nur knapp vor Nvidias schnellster Single-GPU-Karte liegt.



DirectX-10: Far Cry 2 und Call of Duty MW2

Einer der grafisch eindrucksvollsten Shooter aus der DirectX-10-Ära muss zeigen, was er mit modernen Grafikarchitekturen zu leisten imstande ist. Der Benchmark-Klassiker Crysis ist diesmal nicht mehr dabei, dafür auf den folgenden Seiten sein Nachfolger Crysis 2. Far Cry 2 kann wesentlich besser mit mehr GPU-Power umgehen als das erste Crysis. War Far Cry 2 bisher eine Domäne der Nvidia-Karten, so hat sich das mit AMDs 7970 geändert: Sie lässt die GTX 580 hinter sich, und bei kleineren Auflösungen auch eine GTX 590. Die 7950 kommt nicht mehr ganz an die GTX 580 heran, ist aber auch bei 1920 x 1200 Pixeln keine 10 Prozent langsamer.

Bei Call of Duty MW2 verwenden wir eine Sequenz am Anfang der Mission "Teamspieler", die hohe Bildraten liefert - diese können sich im weiteren Verlauf des Spiels aber auch halbieren. Auch dafür sind die getesteten Grafikkarten aber schnell genug; wie viele "The way it's meant to be played"-Spiele ist auch Call of Duty MW2 auf Nvidia-Karten viel schneller als auf AMD-Geräten.

Mit 133 fps bei der GTX 580 gegenüber 96 fps bei der Radeon HD 7970 ist das Bild unverändert. Auch die 6970 kommt schon auf 89,2 fps, so dass AMD für seine neue Architektur hier noch Spielraum für Treiberoptimierungen hat. Mit 91 fps ist die 7950 nur wenig langsamer und immer noch schnell genug auch für komplexe Szenen.



DirectX-11: Call of Duty MW3 und Stalker CoP

Dass AMD sich vor allem auf aktuelle Spiele konzentriert hat, zeigen die Werte für Modern Warfare 3. Das Spiel wird in seinen Standardeinstellungen auch bei maximalen Details nicht schneller als 120 fps, die erreicht aber nur die 6970. Die 7970 liegt knapp dahinter, der beim vorherigen Modern Warfare große Vorsprung für Nvidia ist nun aber eingeholt. Die 7950 ist insgesamt nur rund 9 Prozent langsamer und skaliert auch bis zu 2560 x 1440 Pixel gut.

In der Einstellung "Ultra" ist das dritte Stalker-Spiel - das an den ersten Teil anschließt - eine moderne Grafikdemo im typischen Stil der russischen Entwickler. Als einer der ersten DirectX-11-Titel wurde das Programm auf AMD-Grafikkarten entwickelt, was der Chiphersteller inzwischen auch bestätigt hat.

Da Stalker CoP stark auf Tessellation setzt, profitiert das Spiel auch von den schnelleren Einheiten dafür auf der 7970. Fast 25 Prozent schneller als mit der 6970 läuft die düstere Kernkraftapokalypse und wiederum schneller als mit Nvidias fixester Single-GPU-Karte.



DirectX-11: Crysis 2, Rage und Skyrim

Ein Spezialfall für Benchmarks ist Crysis 2. Zusammen mit dem DirectX-11-Patch und dessen Einstellungen "Ultra" sowie den Hires-Texturen treibt das Spiel auch schnellste Grafikkarten an die Leistungsgrenze. Anders als beim ersten Crysis skalieren die Karten dabei aber immer noch gut mit der Auflösung.

Mit einem so umgebauten Crysis können die 3 GByte lokaler Speicher der Radeon HD 7970 und der 7950 voll zur Geltung kommen. Das Spiel ist damit deutlich schneller als mit anderen Single-GPU-Karten, aber bei der Auflösung 2.560 x 1.440 mit im Mittel 32,9 fps immer noch viel zu langsam. Schon die Reduktion um eine Detailstufe bringt auf der 7970 rund 45 fps zutage, was erträglicher ist. Insgesamt ist die 7950 um 15 Prozent langsamer als die 7970.

Mit Rage kommen die Treiber der 7970 noch nicht so gut zurecht. Während die GTX 580 und die Radeon 6970 im Rahmen der Messgenauigkeit die vom Spiel vorgegebenen 60 Bilder pro Sekunde in allen Auflösungen erreichen, liegt die schnellere Hardware der 7970 leicht zurück. Auch bei höchsten Details sind 2.560 x 1.440 Pixel aber noch gut spielbar, das ursprüngliche träge Nachladen der Texturen ist mit dem aktuellen Patch auch kaum noch wahrnehmbar.

Mit dem Betatreiber der 7950 ist das Spiel schneller als auf der 7970 und deren aktuellen WHQL-Treiber Catalyst 12.1, AMD empfiehlt nicht umsonst, die Betaversion von Catalyst 12.2 zu verwenden. Die kann aber noch nicht mit den Radeon 7000 umgehen. Die Unterschiede bewegen sich jedoch um 5 Prozent, was beim Spielen nicht spürbar ist.

Wie viele Elder-Scrolls-Spiele bleibt auch das neue Skyrim ein Hardwarefresser, wenn man die automatische Anpassung an die Hardware abschaltet und alle Einstellungen identisch von Hand vor dem Spielstart vornimmt. Die GTX 580 ist für das epische Rollenspiel die beste Karte, AMDs 7970 liegt rund 20 Prozent dahinter.

Spielern, die auf AMDs Karten setzen, bleibt nur die Hoffnung auf noch schnellere Treiber, aber angesichts von über 40 fps beim Ausreizen aller Details bleibt auch noch die Möglichkeit, mit den Einstellungen zu experimentieren. Der in diesem Diagramm vorhandene Vergleich zwischen Catalyst 12.1 und dem Betatreiber der 7950, der auf Catalyst 12.2 basiert zeigt den Vorteil: bei höheren Auflösungen ist die 7950 schneller als die 7970.





Leistungsaufnahme

Den Umstieg auf 28-Nanometer-Fertigung hat AMD konsequent fürs Stromsparen genutzt. Selbst ältere Mittelklassekarten wie eine Radeon HD 5770 nehmen mehr Energie fürs Nichtstun in Anspruch, wenn gerade kein Spiel läuft. Die 7950 ist dabei auch noch gut 20 Watt sparsamer als eine GTX 580. Ist der Bildschirm aus, sinkt die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems von 94 auf 82 Watt - das schafft sonst derzeit keine andere Grafikkarte, außer der 7970. Im 2D-Betrieb ergeben sich zwischen den beiden neuen AMD-Karten keine Unterschiede. Ebenso ist das auch mit mehreren Displays, wir haben das mit bis zu drei Monitoren ausprobiert, jeder erhöhte je nach Auflösung die Leistungsaufnahme um 10 bis 15 Watt.

Bei mittleren Lasten ist die 7950 recht sparsam, anders als noch die 7970. Die Testplattform benötigte beim reproduzierbaren 3DMark Vantage in der bewerteten Szene 284 Watt, und damit 34 Watt weniger als das Spitzenmodell der letzten Generation, die Radeon HD 6970. Über 70 Watt mehr braucht die 7970, so dass die 7950 die deutlich vernünftigere Karte ist. Über 100 Watt mehr sind es bei einer GTX 580.

Beim nur auf maximale Energieverschwendung getrimmten Burning-Test von Furmark 1.80 liegt die 7970 noch vor allen anderen Karten mit einem Grafikprozessor. 367 Watt sind sogar mehr als die 339 Watt einer GTX 580. Die 7950 unterbietet diese Karten mit 283 Watt für das Gesamtsystem deutlich, so dass diese Grafikkarte auch unter den ungünstigsten Bedingungen wesentlich sparsamer ist. Das gilt nur, solange nicht übertaktet wird: Mit 1.050 MHz und 20 Prozent mehr Strom über AMDs Powertune - beides im Catalyst-Control-Panel einstellbar - kam die 7950 bei Furmark auf 385 Watt.

Das relativierte sich aber bei den Messungen beim tatsächlichen Spielen und Standardtakten. Zwischen 250 und 270 Watt nahm der gesamte Rechner dabei je nach Szene auf, das Regelverhalten ist also sehr dynamisch.



Fazit

Für risikofreudige PC-Schrauber ist die Radeon HD 7950 das Objekt der Begierde. Schon beim Standardtakt von 800 MHz schlägt die Grafikkarte die GTX 580 bei vielen Spielen, mit Übertaktungen von über 1 GHz manchmal auch die 7970. Die stark auf Nvidias Treiber optimierten Titel bleiben allerdings auch mit dieser Radeon unerreichbar. Die Steigerungen bei Skyrim mit der Vorabversion des Catalyst 12.2 weisen aber darauf hin, dass AMD hier noch viel Potenzial hat.

Auch wer nicht übertakten will, bekommt mit der 7950 eine Grafikkarte, die alle modernen Spiele bei Full HD in höchsten Detaileinstellungen ruckelfrei bewältigt. Einzig auf hochauflösenden 27- und 30-Zoll-Monitoren oder mit mehreren Displays bricht die Bildrate stärker ein als bei der 7970, hier sind dann doch wieder Kompromisse gefragt.

Konkurrenzlos für schnelle Spielegrafikkarten bleibt bisher die Funktion Zerocore, die bei einem nicht genutzten PC die Radeon HD 7950 nicht zum Stromverschwender werden lässt. Spannend bleibt nur noch, wie die Grafikkartenhersteller das von AMD freigegebene Design für eigene Kühllösungen nutzen. Unser Test bezieht sich nur auf das Referenzdesign auf Basis der Platine der Radeon HD 7970.

Die "kleine" Tahiti ist eine Grafikkarte, die kaum Schwächen aufweist. Allen Käufern muss aber bewusst sein, dass Highend-Grafikkarten schnell an Wert verlieren. Wenn Nvidias Serie GTX 600 mit Kepler-GPU wirklich deutlich schneller werden sollte als die Radeon 7000, könnte die 7950 schnell 100 Euro günstiger angeboten werden. Schlechter wird sie dadurch aber dann auch nicht - und noch ist von Nvidias Konter nichts zu sehen.

Nachtrag vom 31. Januar 2012, 18:25 Uhr:

Wie erwartet haben die Grafikkartenhersteller zahlreiche eigene Kühldesigns vorgestellt, die auch schon erhältlich sind. Die interessantesten Modelle finden sich in einer aktuellen Meldung. Generell ist die Verfügbarkeit der Radeon HD 7950 für eine neue Komponente am Erstverkaufstag hoch. Einige Angebote mit einfacher Ausstattung gibt es laut Preisvergleichen und Händlerwebseiten bereits ab 399 Euro. Übertaktete Versionen sind aber erst ab rund 430 Euro zu haben, mehr als 900 MHz ab Werk bietet bisher kein Unternehmen an.  (nie)


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