Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1201/89369.html    Veröffentlicht: 27.01.2012 12:19    Kurz-URL: https://glm.io/89369

Ultrabook

Erste Benchmarks von Intels Ivy Bridge ULV

Auf dem Vorseriengerät eines Ultrabooks mit Intels kommender Prozessorgeneration Ivy Bridge konnte Golem.de einige Benchmarks durchführen. Während die CPU-Leistung nur leicht zu steigen scheint, macht Intels integrierte Grafik offenbar große Fortschritte.

Während Intel auf der CES noch sehr bemüht war, alle Leistungsdaten zu den kommenden Ultrabooks mit der neuen CPU-Architektur Ivy Bridge geheim zu halten, sind diese nun doch bekannt. Das gilt jedenfalls für das Vorserienmodell eines Ultrabooks, das Golem.de kurz ausprobieren konnte. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich der Typ und die genauen Takte des Prozessors nicht feststellen ließen. Durch ein eingeschränktes Benutzerkonto war es nicht möglich, CPU-Z oder andere Tools zu starten.

Der Prozessor meldete sich unter Windows 7 Home Premium als ein Modell mit 1,7 bis 2,2 GHz. Ein solches ist jedoch nach den inoffiziellen Modellnummern der sparsamen ULV-Ivy-Bridges nicht bekannt. Diese sehen nur zwei Modelle mit der für Ultrabooks geeigneten TDP von 17 Watt vor: Core i7-3667U mit 2,0 bis 3,2 GHz und Core i5-3427U mit 1,8 bis 2,8 GHz. Vermutlich steckte in dem vermessenen Gerät das langsamere Modell, dessen Takte noch nicht ganz den Serienstand erreichten. Das und ein eingeschränkter oder abgeschalteter Turbo-Boost sind bei Vorserienexemplaren von Notebooks nicht ungewöhnlich.

Auch unter diesen Bedingungen war das Ivy-Bridge-Ultrabook bei Cinebench R10 (32 Bit) aber knapp 9 Prozent schneller als der bisher fixeste ULV-Sandy-Bridge. Dieser Core i7-2677M kam in dem bereits getesteten Zenbook UX31 von Asus auf 7.105 Punkte, die Ivy-Bridge-CPU erreichte 7.723 Punkte.

Ein ähnliches Bild ergab auch der 64-Bit-Test von Cinebench R11.5. Der schnellste Sandy Bridge für Ultrabooks liefert dabei nur 2,25 Punkte, die Ivy-Bridge-Vorserie kam auf 2,38 Punkte. Auf die geplanten Takte der Serienversionen umgerechnet dürften Ultrabooks mit Ivy-Bridge-CPUs wohl die von Intel angepeilten 15 Prozent mehr Rechenleistung erreichen.

Grafik mit OpenGL ein Drittel schneller

Das deckt sich auch mit anderen inoffiziellen Benchmarks von Desktop-CPUs mit Ivy-Bridge-Innenleben. Während der Leistungsvorteil zwar auf den ersten Blick gering erscheint, stoßen die Ultrabooks damit aber in die Regionen vor, die Standardnotebooks wie solche mit der Mittelklasse-CPU Core i5-2410M (2,3 bis 2,9 GHz) bisher erreichten. Quad-Cores bleiben den flachen Ultraportables aber weiterhin vorenthalten.

Intels durch eine missglückte Vorführung auf der CES in Kritik geratener neuer Grafikkern HD Graphics 4000 machte auf dem Vorseriengerät - mit ebensolchen Treibern - auch eine gute Figur. Bei 1.366 x 768 Pixeln erreichte der OpenGL-Benchmark von Cinebench R11.5 immerhin 12,17 fps. Das ist gut ein Drittel schneller als die 9,27 fps, die ein Sandy-Bridge-Ultrabook erreicht.

Bildfehler waren bei einmaligem Durchlauf dabei nicht auszumachen, dieser Test arbeitet jedoch nur mit den grundlegenden Funktionen von OpenGL. Ob auch anspruchsvolle OpenGL-Spiele wie Rage auf Ivy Bridge so gut laufen, ist noch nicht auszumachen.

Während dieser schon bei einem noch nicht serienreifen Gerät guten Leistungen bleibt der größte Vorteil von Ivy Bridge aber bisher ungetestet: die geringere Leistungsaufnahme durch die 22-Nanometer-Fertigung. Sie dürften die Ultrabookhersteller aber eher in kleinere Akkus und damit weniger Gewicht und auch günstigere Preise umsetzen.  (nie)


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