Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1201/89368.html    Veröffentlicht: 27.01.2012 12:11    Kurz-URL: https://glm.io/89368

Apple-Chef

Tim Cook verteidigt Apple gegen Foxconn-Vorwürfe

Tim Cook hat sich wütend zu einem Bericht geäußert, der Apple für die Arbeitsbedingungen in China eine Mitschuld gibt. "Wir kümmern uns um jeden Arbeiter in unserer weltweiten Lieferkette", sagte Cook.

Apple-Chef Tim Cook hat auf einen Bericht der New York Times reagiert, in dem der Konzern für Tote, Verletzte und unmenschliche Arbeitsbedingen bei seinen Auftragsherstellern in China mitverantwortlich gemacht wird. Die New York Times führte zu den bekannten Missständen bei Foxconn und Wintek erstmals belastende Aussagen von einem früheren Foxconn-Manager und ehemaligen Apple-Managern an.

Cook schrieb in einer E-Mail an die Mitarbeiter, die dem Onlinemagazin 9To5Mac vorliegt: "Als Unternehmen und als Individuen sind wir durch unsere Werte definiert. Leider hinterfragen einige Leute Apples Werte heute, und ich möchte das vor Ihnen direkt ansprechen. Wir kümmern uns um jeden Arbeiter in unserer weltweiten Lieferkette", sagte Cook. "Jeder Unfall ist zutiefst beunruhigend, und jedes Problem bei den Arbeitsbedingungen ist Anlass zur Sorge. Jede Andeutung, dass uns dies egal sei, ist offenkundig falsch und beleidigend für uns."

"Wir wissen seit über vier Jahren von missbräuchlichen Arbeitsbedingungen in einigen Fabriken, und sie laufen weiter", zitierte die New York Times einen ehemaliger Apple-Manager. "Warum? Weil sich dieses System für uns lohnt. Die Auftragshersteller würden schon morgen alles ändern, wenn Apple es ihnen sagen würde, dann hätten sie keine andere Wahl." Wenn die Produktqualität infrage gestellt sei, handle Apple dagegen sofort, sagte der Manager. "Wäre die Hälfte der iPhones defekt, glauben Sie, Apple würde das über vier Jahre laufen lassen?"

"So sind wir nicht", entgegnete Cook. Hunderte Apple-Mitarbeiter, die weltweit in der Nähe der Auftragshersteller ihr Aufgabenfeld hätten und deswegen nicht bei ihren Familien sein könnte, seien über diese Behauptungen "genauso wütend" wie Cook selbst.

Cook führte an, dass das Unternehmen ständige Audits bei den Firmen in China durchführe. Dazu hatte die New York Times eingewandt: Apple hat hunderte von Audits zu den Arbeitsbedingungen bei seinen Auftragsherstellern durchgeführt, die immer wieder schwere Verstöße benannten. "Wenn Sie die gleichen Problemmuster Jahr für Jahr sehen, dann heißt das, dass die Unternehmen dies ignorieren, anstatt es zu lösen", sagte ein Ex-Apple-Manager, der in dem Bereich Zulieferer tätig war, der Zeitung.

Cook versicherte: "Was wir nicht tun werden, und was wir nie getan haben, ist stillzustehen oder vor den Problemen in unserer Lieferkette die Augen zu verschließen." Darauf könne er seinen Mitarbeitern sein Wort geben.  (asa)


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