Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1201/89159.html    Veröffentlicht: 18.01.2012 18:12    Kurz-URL: https://glm.io/89159

Heimwerken 2.0

Transparentes Aluminium - nicht ganz zum Selbermachen

Das US-Magazin Make hat eine Anleitung veröffentlicht, wie sich Gegenstände aus transparentem Aluminium herstellen lassen. Scotty lässt grüßen.

Aluminium ist - ja: durchsichtig. Wer das nicht glaubt, der schaue sich den vierten Teil der Star-Trek-Filmreihe an, in der Scotty die Formel für transparentes Aluminium gegen Plexiglas eintauscht, um daraus ein Walaquarium zu bauen. Science-Fiction? Nicht ganz.

Es gebe zwar kein metallisches Aluminium, das durchsichtig sei, berichtet das US-Magazin Make, aber ein keramisches: Aluminiumoxynitrid, kurz: Alon - und Make hat auch gleich eine Anleitung parat, wie sich daraus etwas bauen lässt.

Weißes Pulver, durchsichtiges Teil

Im Prinzip ist das ganz einfach: Zunächst wird eine Form aus Gummi für das Werkstück hergestellt. Dort hinein kommt das pulverförmige Alon. Es wird gepresst - dann entsteht ein Rohling - und erhitzt. So wird das weiße Pulver zum transparenten Werkstück. Dessen Oberfläche sei noch ein wenig "wolkig", schreibt Make. Sie müsse "mechanisch poliert werden, um sie optisch klar zu machen" - fertig ist das Werkstück aus durchsichtigem Aluminium.

Der Haken? Das Pressen und Erhitzen ist ein Vorgang, genannt heißisostatisches Pressen. Der nötige Druck beträgt laut Make rund 1.030 bar, die Temperatur 2.000 Grad. Dieser wird das Werkstück mehrere Tage ausgesetzt. Die nötige Ausrüstung ist vermutlich nur in besonders gut ausgestatteten Haushalten zu finden.

Härter als Glas

Das fertige Teil hat aber praktische Eigenschaften: Es ist beispielsweise bis zu einer Temperatur von 1.200 Grad fest. Außerdem ist es deutlich härter als Glas.

Make ist ein vierteljährlich erscheinendes Magazin und gilt als Sprachrohr der Maker-Bewegung, die versucht, das Heimwerken wieder attraktiv zu machen. Allerdings nicht auf die herkömmliche Art und Weise, sondern unter Einsatz moderner Technik wie Computer, Laserschneider oder 3D-Drucker. Zu den Protagonisten der Bewegung gehören der Rapid-Prototyping-Aktivist Bre Pettis und Cory Doctorow.  (wp)


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