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Spieletest: Triple Play 2001 - Baseball für Fans

Umsetzung des populären amerikanischen Volkssportes

Trotz unzähliger Versuche seitens der amerikanischen Profiligen, Sportarten wie American Football oder Baseball auch in Europa stärker zu promoten, hält sich das Interesse hiesiger Sportfans eher in Grenzen. Insbesondere Baseball begeistert in Deutschland nur eine kleine Minderheit. Daher verwundert es auch nicht, dass Triple Play 2001 von Electronic Arts nicht für den hiesigen Markt lokalisiert wurde, sondern nur in der englischsprachigen Version erhältlich ist.

Triple Play 2001
Triple Play 2001
Da Electronic Arts über die offizielle Lizenz der amerikanischen Profiliga MLB verfügt, kann man hier auf sämtliche Teams und Spieler der US-Eliteliga zurückgreifen, die nicht nur mit ihrem Konterfei, sondern auch mit ihren realen Statistiken verewigt sind. Angefangen bei einfachen Trainigsmodi über Freundschaftsspiele bis hin zu einer kompletten Saison lässt das Spielmenü praktisch keine Wünsche offen. Positiv hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass einzelne Spiele gesichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden können.

Screenshot #1
Screenshot #1
Die Präsentation ist längst nicht so gelungen, wie man es von den Simulationskönigen von Electronic Arts gewöhnt ist: Nur 16-Bit Farbtiefe, unbewegliche Hintergründe und hölzerne Animationen lassen es kaum für möglich halten, dass hier der Hersteller solcher Grafikwunder wie NHL Hockey und FIFA 2000 am Werk ist. Die Soundkulisse ist dafür hervorragend, die amerikanischen Spielkommentatoren und die witzigen Ansagen des Stadionsprechers, der zum Beispiel dazu auffordert, das offizielle EA-T-Shirt am Merchandising-Stand zu erwerben, lassen beinahe Live-Atmosphäre aufkommen.

Screenshot #2
Screenshot #2
Die Steuerung kann per Maus, Tastatur oder Pad erfolgen, wobei sich der Nager als optimalste Variante erweist. Im Spiel ist Reaktion gefragt: Beim Batting stehen drei verschiedene Schlagvarianten in jeweils zwei verschiedenen Stärken zur Auswahl, wobei das richtige Timing bzw. das richtige Klicken über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Beim Pitching ist es ähnlich: Per Klick wählt man die Wurfvariante aus, bestimmt durch die Länge des Tastendrucks die Wurfgeschwindigkeit und durch Klicken in einem dann eingeblendeten Quadrat die Zielposition.

Screenshot #3
Screenshot #3
Vor unkontrollierten Schweißausbrüchen vor dem Monitor muss man sich somit nicht fürchten, da zwischen den einzelnen Spielzügen immer einige Zeit vergeht und man selbst die Länge der Spielpausen und -verzögerungen bestimmen kann. Nettes Feature am Rande: Wer will, kann sein eigenes Foto einbauen und dann selbst an den Spielen teilnehmen. Allerdings sollte man vorher ein wenig üben, um den eigenen Charakter nicht hoffnungslos überfordert herumlaufen zu sehen, denn der Schwierigkeitsgrad ist auch auf der niedrigsten Stufe recht hoch.

Fazit:
Triple Play 2001 wird insbesondere auf Grund der schwachen Grafik wohl keinen bisherigen Baseball-Analphabeten von den Qualitäten der amerikanischen Brennball-Variante überzeugen. Wer jedoch auf der Suche nach einer digitalen Umsetzung dieser Sportart ist, wird mit dem Programm recht solide bedient.  (tw)


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