Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1201/88966.html    Veröffentlicht: 11.01.2012 09:45    Kurz-URL: https://glm.io/88966

Razer Blade ausprobiert

Interessantes Notebookkonzept für Spieler

Ein flaches und leichtes Notebook für Spieler verspricht Razer mit dem Blade genannten Spielenotebook. Golem.de konnte sich ein fertiges Exemplar genauer ansehen.

Das von uns ausprobierte Notebook für Spieler macht einen hochwertigen Eindruck. Das Displayscharnier des Blade von Razer war uns sogar etwas zu fest. Wir mussten zum Öffnen des Notebooks den unteren Bereich festhalten. Auch die Tastatur, die Tasten mit Bildschirm dahinter und die Verarbeitung des Touchscreens gefielen, nicht aber die Bedienung des Touchscreens. Die Plastikoberfläche war zu glatt, so dass der Finger mitunter nicht sauber über den Touchscreen glitt. Zudem kam uns der Touchscreen nicht besonders präzise vor. Dass das Touchpad rechts statt unter der Tastatur sitzt, ist gewöhnungsbedürftig.

Spieler dürfte das nicht stören, schließlich bearbeiten diese ihre Gegenspieler ohnehin mit Hilfe einer Maus. Fürs normale Arbeiten dürfte diese Lösung aber kaum praktisch sein. Der Vorteil des Touchpads, nämlich die Nähe zum Zehnfingersystem, geht schlicht verloren.

Der Touchscreen mit Switchblade UI kann verschiedene Eigenschaften annehmen. Er kann sowohl als Touchpad-Ersatz als auch als Nummernblock oder zum Aufzeichnen von Tastaturmakros verwendet werden. Zudem kann der kleine Bildschirm zum Surfen benutzt werden, während das Spiel auf dem Hauptbildschirm läuft. Tastatureingaben landen dann direkt im Minibildschirm. Dank eines SDK sollen auch andere Anwendungen den Touchscreen nutzen können. Razer will aber erst einmal keine Infrastruktur in Form eines Appstores aufbauen. Ob es Unterstützung für Windows 8 und seine Metro-Apps geben wird, konnte Razer noch nicht sagen.

Über die Spieletauglichkeit lässt sich noch keine Aussage treffen. Das Spiel Firefall lief zwar flüssig, wurde von Razer aber auch in niedrigen Einstellungen betrieben. Der Geforce GT555M ist auf jeden Fall nicht der schnellste Grafikchip. Allerdings ist das Gehäuse des Blade sehr dünn, was der Ausstattung Grenzen bei der Wärmeabfuhr setzt. Nichtsdestotrotz wird das Notebook auf der Unterseite ziemlich warm. Nvidia selbst positioniert den Grafikchip im oberen Mittelfeld.

Die Form und die verwendeten Materialien des Razer Blade erinnern stark an ein Macbook Pro, allerdings in Schwarz, mit Grünstich und vielen Verzierungen. Die Lüftung arbeitet in beide Richtungen seitlich, pustet aber etwas nach hinten. Aufgrund der Bautiefe dürften sowohl Links- als auch Rechtshänder keine großen Probleme mit der Abluft haben.

Insgesamt gefiel uns das riesige und trotzdem flache und mit rund 3 kg halbwegs tragbare 17-Zoll-Notebook ganz gut. Der Preis von rund 2.800 US-Dollar dürfte aber viele Spieler abschrecken, auch wenn eine SSD im Gehäuse steckt. Vor allem weil bei einem Notebook nicht einfach CPU und GPU ausgetauscht werden können, ist so ein Notebook keine zukunftssichere Investition.

Aussagen über eine Verfügbarkeit des Notebooks in Europa gibt es weiterhin kaum von Razer. Es ist zumindest beabsichtigt, auch den deutschen Markt irgendwann zu versorgen. Die erste Charge der Geräte ist nun nach unerwarteten Verzögerungen laut Razer ausgeliefert worden. Eine zweite Charge für die USA soll bald folgen.  (ase)


Verwandte Artikel:
Razer Kiyo und Seiren X im Test: Nicht professionell, aber schnell im Einsatz   
(16.02.2018, https://glm.io/132665 )
Razer Blade 2017 im Test: Das beste Gaming-Ultrabook nun mit 4K   
(25.01.2018, https://glm.io/131855 )
Grafikkarte: AMD zeigt Radeon Vega Mobile und Roadmap   
(08.01.2018, https://glm.io/132002 )
Acer Predator Triton 700: Das Fenster oberhalb der Tastatur ist ein Clickpad   
(27.04.2017, https://glm.io/127531 )
Firmware: Razer will offenbar keinen Linux-Support   
(13.02.2018, https://glm.io/132743 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/