Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1201/88925.html    Veröffentlicht: 10.01.2012 10:47    Kurz-URL: https://glm.io/88925

Microsoft

Kinect für Windows ab 1. Februar erhältlich

Entwickler von Anwendungen für Kinect müssen aufpassen: Ab Februar 2012 gibt es zwei Versionen der Bewegungssteuerung - eine für den PC, eine für die Konsole. Obwohl die Hardware weitgehend identisch ist, verwendet Microsoft unterschiedliche Geschäftsmodelle.

Ab dem 1. Februar 2012 wird Kinect in einer für Windows 7 und die Vorabversionen von Windows 8 angepassten Fassung erhältlich sein. Die PC-Version der Bewegungssteuerung kostet in den USA rund 250 US-Dollar - eine offizielle Preisangabe für den deutschen Markt liegt noch nicht vor, aber wahrscheinlich kostet das Gerät hierzulande um die 250 Euro. Microsoft begründet den hohen Aufschlag gegenüber der Xbox-360-Variante - die in den USA für 120 US-Dollar erhältlich ist - damit, dass die Konsolenhardware durch die Spiele mitfinanziert wird. Auf dem PC sei das nicht der Fall, im Gegenteil: Die SDKs etwa seien mitsamt den Runtime-Dateien weiterhin kostenlos erhältlich. Im Laufe des Jahres sollen Universitäten und andere Bildungseinrichtungen die PC-Fassung von Kinect für rund 150 US-Dollar kaufen können.

Microsoft sieht Kinect für Windows nicht als Eingabegerät für Spiele, sondern als Werkzeug für eher ernsthafte Anwendungen. PC-Games mit Bewegungssteuerung hat das Unternehmen bislang nicht angekündigt. Die Hardware unterscheidet sich nur wenig von der Konsolenfassung. Auf den ersten Blick fällt nur der andere Schriftzug auf - Kinect statt Xbox 360. In früheren Verlautbarungen hatte Microsoft gesagt, dass das Kabel kürzer sein solle, um besser auf Schreibtische zu passen, und dass die Optik des Geräts für kürzere Distanzen optimiert sei. Das Unternehmen hat diese Detailänderungen auf der CES 2012 nicht bestätigt.

Wer PC-Anwendungen für Kinect entwickelt, muss nach dem neuen Lizenzmodell mit dem aktuellen, fertigen SDK die Windows-Version des Geräts verwenden - das gilt laut Microsoft für kommerzielle ebenso wie für nichtkommerzielle Projekte. Wer allerdings die Betaversion des SDK einsetzt, kann für nichtkommerzielle Anwendungen weiterhin mit der Konsolenfassung arbeiten - Microsoft hat die entsprechende Lizenz laut seinem Blog bis Mitte 2016 verlängert.

Microsoft hat auf der CES 2012 außerdem bekanntgegeben, dass bislang nach eigener Zählung rund 18 Millionen Einheiten der Kinect für Xbox 360 einen Käufer gefunden haben. Außerdem hat das Unternehmen erneut das bereits bekannte Sesame Street TV für Kinect vorgestellt, das Kinder per Streaming mit interaktiven Sesamstraßen-Inhalten versorgen will - ob das Angebot auch in Deutschland verfügbar sein wird, hat Ballmer nicht verraten.  (ps)


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