Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1201/88869.html    Veröffentlicht: 08.01.2012 13:17    Kurz-URL: https://glm.io/88869

Nazi Leaks

Anonymous will weitere Nazidokumente veröffentlichen

Anonymous will weitere Dokumente auf der Seite Nazi Leaks veröffentlichen, wie ein Sprecher der Gruppe im Spiegel angekündigt hat. Dabei soll aber die berechtigte Kritik an den bereits erfolgten Veröffentlichungen berücksichtigt werden. Außerdem gab er Details über Nazi Leaks preis.

Die Gruppe Anonymous will auf der Website Nazi Leaks weitere Dokumente zur rechten Szene veröffentlichen. Das habe ein Sprecher im Interview angekündigt, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in einer Vorabmeldung zu seiner Ausgabe vom 9. Januar 2012.

"Es wird mehr folgen, auch aus dem internationalen Bereich", erklärte der Sprecher, der anonym bleiben wollte. Das Interview sei per Chat durchgeführt worden, der Mann habe "aber Kontrollfragen beantworten" können, berichtet der Spiegel.

Rechtsterrorismus als Anlass

Nach seinen Angaben wird das Angebot von einem Kernteam aus fünf bis zehn Personen betrieben. Anlass, Nazi Leaks einzurichten, seien die Taten der terroristischen Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund gewesen, die im Herbst bekanntwurden. Danach sei entschieden worden, "es wäre angebracht, einfach mal alles zentral anzubieten". Die Anonymous-Aktivisten hätten die meisten Datensätze jedoch nicht selbst beschafft, sondern lediglich zusammengetragen.

Anonymous hat auf Nazi Leaks persönliche Daten mutmaßlicher Sympathisanten rechter Organisationen veröffentlicht. Darunter sind Listen mit Namen von NPD-Spendern und Kunden rechter Versandhäuser.

Kritik war berechtigt

Die ungeprüfte Veröffentlichung der personenbezogenen Daten - die Datensätze enthielten unter anderem Namen, Adressen und Telefonnummern - war heftig kritisiert worden. Der Anonymous-Sprecher gab zu, die Kritik sei berechtigt gewesen. Bei zukünftigen Veröffentlichungen werde Anonymous die "Filter verbessern".

Nach der politischen Ausrichtung der Gruppe gefragt, sagte er, die Gruppe lehne Linksextremismus ebenso ab wie Rechtsextremismus.  (wp)


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