Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1201/88817.html    Veröffentlicht: 05.01.2012 12:07    Kurz-URL: https://glm.io/88817

Ramsauer

Verkehrsminister gegen Fußgänger mit Kopfhörern

Verkehrsminister Ramsauer macht MP3-Player für die starke Zunahme von tödlich verunglückten Fußgängern verantwortlich. Menschen schlafwandelten über Straßen und Bahnsteige.

Wegen der wieder steigenden Zahl von Verkehrstoten hat der Bundesverkehrsminister der Nutzung von Kopfhörern und Musikplayern im Straßenverkehr den Kampf angesagt. Peter Ramsauer (CSU) sagte der Saarbrücker Zeitung: "Mit lauter Musik oder dem Handy an den Ohren schlafwandeln sie über Straßen und Bahnsteige". Herannahende Autos, Radler oder Bahnen würden dadurch nicht gehört. "Das ist ein sehr gefährlicher Trend", betonte Ramsauer.

Das Statistische Bundesamt hatte für 2011 einen Anstieg der Verkehrstoten um sieben Prozent auf 3.900 errechnet. Erstmals seit 20 Jahren sind wieder deutlich mehr Menschen auf den Straßen gestorben, hieß es. Ein Plus von 25 Prozent wurde bei tödlich verunglückten Fußgängern prognostiziert.

Tod durch iPod

Die australische Organisation Pedestrian Council of Australia hatte 2010 gefordert, MP3-Player für Fußgänger zu verbieten, nachdem eine 46-Jährige tödlich verunglückte, die wegen eines Kopfhörers einen herannahenden Krankenwagen nicht gehört hatte.

Im australischen Bundesstaat New South Wales war die Zahl der tödlich verletzten Fußgänger um 25 Prozent gestiegen. Die Behörden machen die Nutzung von mobilen Geräten wie MP3-Playern mit dafür verantwortlich. "Tod durch iPod" nennen sie das Phänomen. Wenn Autofahrer zu laut Musik hörten, müssten sie mit einer Strafe rechnen. Fußgänger, die leichtsinnig mit ihrem eigenen Wohlergehen und dem anderer umgingen, sollten auf vergleichbare Weise bestraft werden.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB kündigte im Dezember 2011 an, das Verbot der Nutzung mobiler Endgeräte für Autofahrer zu verschärfen. Deborah Hersman, die Chefin des National Transportation Safety Board, erklärte, dass auch Freisprecheinrichtungen davon erfasst würden. Die Behörde hatte Unfälle über einen Zeitraum von zehn Jahren untersucht.  (asa)


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