Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1112/88552.html    Veröffentlicht: 20.12.2011 08:54    Kurz-URL: https://glm.io/88552

Type Inference

Firefox 9 steht zum Download bereit

Im Laufe des Dienstags will Mozilla seinen Browser Firefox 9 zum Download freigeben. Bereits jetzt kann die Software auf Mozillas Servern heruntergeladen werden.

Die wichtigste Neuerung in Firefox 9 heißt Type Inference (TI) und soll dafür sorgen, dass Javascript schneller ausgeführt werden kann.

Javascript arbeitet mit dynamischen Typen, so dass ein JIT-Compiler Code für alle möglichen Typen erzeugen muss. Das macht die Entwicklung von Javascript-Programmen einfach, verlangsamt aber die Ausführung von Javascript verglichen mit Sprachen, die mit statischen Typen arbeiten. Mit Type Inference generiert die Javascript-Engine Spidermonkey Typinformationen für Variablen, die in Javascript-Programmen genutzt werden. Dazu wird zum einen eine Code-Analyse vorgenommen, zum anderem werden die Werte der Variablen während der Programmausführung überwacht. Die so gesammelten Informationen kann Jaegermonkey, der JIT-Compiler in Firefox 9, nutzen, um effizienteren Code zu erstellen.

Type Inference wird von Firefox 9 standardmäßig genutzt und soll in Javascript-Benchmarks wie Kraken und V8 rund 30 Prozent mehr Leistung bringen. Websites mit umfangreichem Einsatz von Javascript sollen bis zu 50 Prozent schneller laufen, so Mozilla. Firefox-Entwickler Brian Bondy geht davon aus, dass mit der Integration von TI in Jaegermonkey ein großer Teil dieses Leistungsdefizits wettgemacht werden kann. Laufende Mozilla-Projekte sind darauf ausgelegt, die ermittelten Typinformationen zu nutzen. Mit Ionmonkey, Mozillas JIT-Compiler der nächsten Generation, soll es später möglich werden, die Leistungslücke zu Java zu schließen, erklärte Bondy. Technische Details zu Type Inference finden sich im Aufsatz Fast and Precise Hybrid Type Inference for Javascript.

Vollbildmodus

Firefox 9 bietet experimentelle Unterstützung für das Vollbild-API des W3C. Damit können auf Nutzerwunsch per Javascript einzelne HTML-Elemente im Vollbild dargestellt werden. Das ist vor allem zur Wiedergabe von Videos oder für Spiele praktisch. Allerdings ist der Vollbildmodus in Firefox 9 noch nicht standardmäßig aktiviert. Das soll erst mit der für Anfang 2012 geplanten Version 10 der Fall sein.

Neue CSS-Funktionen

Firefox 9 unterstützt die CSS-Eigenschaft font-stretch, um normale, gestauchte oder gestreckte Versionen einer Schrift zu verwenden. Zudem wurde die Unterstützung für text-overflow verbessert, so dass für die linke und rechte Kante ein unterschiedliches Verhalten festgelegt werden kann.

Angepasst für Mac OS X Lion

Darüber hinaus wurde Firefox 9 besser an Mac OS X 10.7 alias Lion angepasst. Das gilt nicht nur für die Optik: Es werden auch die neuen Zwei-Finger-Gesten zur Navigation per Wisch unterstützt. Zudem soll der Einsatz auf Systemen mit mehr als einem Monitor besser sein.

JS-Interface für Do Not Track

Der Einsatz des mit Firefox 7 eingeführten Do-Not-Track-Headers kann nun auch per Javascript abgefragt werden. Entwickler können so feststellen, wenn sich ein Nutzer gegen die Profilerstellung für verhaltensbezogene Werbung ausspricht.

XmlHttpRequests verbessert

Für XHR (XmlHttpRequests) unterstützt Firefox 9 Chunking. So können große Datenmengen, die per Ajax angefragt werden, in kleinen Portionen verarbeitet werden, was Webseiten schneller machen soll. Zudem kann mit "moz-json" ein neuer Antwortyp angegeben werden. Damit kann das XMLHttpRequest-Objekt JSON-Strings automatisch parsen, so dass XMLHttpRequest ein fertiges Javascript-Objekt zurückgibt.

Firefox 9 kann ab sofort für Windows, Linux und Mac OS X heruntergeladen werden.  (ji)


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