Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1112/88435.html    Veröffentlicht: 14.12.2011 18:26    Kurz-URL: https://glm.io/88435

Richard Stallman

"Facebook späht IP-Adressen von Nichtmitgliedern aus"

Der Free-Software-Aktivist Richard Stallman wirft Facebook vor, auch die IP-Adressen von Nichtmitgliedern aufzuzeichnen und zu sammeln. Auch wenn der Internetkonzern nicht wisse, wer die Nutzer seien.

Richard Stallman, Gründer und Chef der Free Software Foundation, hat Facebook der illegalen Profilbildung beschuldigt. Stallman sagte dem staatlich finanzierten Fernsehsender Russia Today (RT) in einem Interview: "Facebook betreibt eine massive Überwachung. Wenn es einen 'Gefällt-mir-Button' auf einer Seite gibt, dann weiß Facebook, wer diese Seite besucht."

Facebook könne die IP-Adressen des Computers, der die Seite besucht, erhalten, auch wenn die Person am Rechner kein Facebook-Nutzer sei. "Wenn jemand mehrere Seiten besucht, auf denen der 'Gefällt-mir-Button' ist, dann weiß Facebook, dass er all diese Seiten besucht hat, ohne natürlich seine genaue Identität zu kennen", sagte der Aktivist.

Stallmans Position in der freien Softwarebewegung ist infrage gestellt, seit er im Oktober 2011 in seinem Blog sehr provokante Aussagen zum Tod des Apple-Gründers Steve Jobs gemacht hatte. "Ich freue mich nicht darüber, dass er tot ist, aber ich bin froh, dass er weg ist."

Bei der Ablehnung des Facebook-Buttons ist Stallman Unterstützung von Datenschützern sicher. Der schleswig-holsteinische Landesdatenschützer Thilo Weichert geht gegen Regierungsstellen und große Unternehmen vor, die Gefällt-mir-Buttons auf ihren Webseiten haben oder Facebook-Fanpages betreiben. Weichert wandte sich am 13. Dezember 2011 deswegen an den Landtag Schleswig-Holsteins mit der Bitte, sich des Themas anzunehmen: Staatliche Stellen seien "dafür verantwortlich, dass Daten der Nutzenden illegal in die USA zu Facebook gelangen. Zugleich wird damit ein Internetportal genutzt und gefördert, das in vielerlei sonstiger Weise, zum Beispiel durch den Einsatz von Gesichtserkennungsverfahren, gegen den Datenschutz verstößt. Das sollte das Parlament nicht tatenlos hinnehmen."  (asa)


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