Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1112/88327.html    Veröffentlicht: 09.12.2011 16:10    Kurz-URL: https://glm.io/88327

Radioastron

Riesenradioteleskop nimmt Betrieb auf

Radioastron ist ein Zusammenschluss von Radioteleskopen auf der Erde mit einem Weltraumteleskop. Abhängig von dessen Position ist es bis zu 30-mal so groß wie die Erde. Es hat kürzlich seinen Betrieb aufgenommen.

Das Radioteleskop Radioastron ist in Betrieb. Am 15. November 2011 hat es zum ersten Mal Signale aus dem Weltall, genauer gesagt von dem mehrere Milliarden Lichtjahre entfernten Quasar 0212+735 empfangen, wie das russische Lebedew-Institut für Physik erst jetzt mitgeteilt hat.

Radioastron ist ein Zusammenschluss aus mehreren Teleskopen auf der Erde und im All, die mit Hilfe der Interferometrie zusammengeschaltet werden. Auf diese Weise entsteht ein virtuelles Radioteleskop, das größer ist als die Erde selbst.

Die Größe ist dabei abhängig von der Position des Weltraumteleskops Spektr-R, das im Sommer 2011 ins All geschossen wurde. Die erdnächste Position des Orbits ist 10.000 Kilometer weit von der Erde weg, die entfernteste 360.000 Kilometer. Ist Spectr-R dort, ist das Radioteleskop 30-mal größer als der Erddurchmesser. Die Auflösung ist 10.000-mal größer als die des Weltraumteleskops Hubble.

Am 15. November war Spectr-R 100.000 Kilometer von der Erde entfernt. Das 10 Meter große Weltraumteleskop stand zu dem Zeitpunkt mit drei 32-Meter-Antennen des russischen Quasar-Netzwerks, der 70-Meter-Antenne in Evpatoria in der Ukraine und dem 100-Meter-Radioteleskop im nordrhein-westfälischen Effelsberg in Verbindung.

An dem Projekt, das vom Moskauer Astrokosmischen Zentrum am Lebedew-Institut für Physik geleitet wird, sind mehr als 20 Länder beteiligt.  (wp)


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