Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1112/88292.html    Veröffentlicht: 08.12.2011 12:15    Kurz-URL: https://glm.io/88292

Rollender Akku

Rinspeed macht den E-Smart zur Stretchlimo

Für Notebooks gibt es sie schon, jetzt hat das Schweizer Unternehmen Rinspeed einen Zusatzakku für ein Elektroauto gebaut: den Elektrosmart. Der Akku hat Räder und wird bei Bedarf hinten an das Auto geklinkt.

Reichweite ist ein großes Problem bei Elektroautos: Die meisten vollelektrischen Fahrzeuge mit einem Akku schaffen zwischen 100 und 150 Kilometer, bevor sie wieder an eine Steckdose müssen. Was tun für mehr Reichweite? Klar: mehr Akku. Ein US-Hersteller hat bereits einen Akku-Anhänger entworfen. Der Schweizer Autoveredler Rinspeed hat einen Zusatzakku für den Elektro-Smart entwickelt.

Dock & Go heißt das Akkupack für den E-Smart, das hinten an das Auto angeklinkt wird. Damit der kleine Smart durch den zusätzlichen Akku kein Übergewicht bekommt und die Vorderräder in die Luft streckt, hat der Akku eine Achse. Aus dem kleinen Smart wird ein Vario-Hybrid - eine Stetchlimo mit mehr Reichweite. Weiterer Vorteil: Die dritte Achse treibt die mitlaufende zweite an und lädt so den Akku des Elektroautos gleich noch auf.

Akku, Motor, Brennstoffzelle

Vorteil dieser Rucksacklösung sei, dass das Gewicht für den Akku nur dann mitgeführt werden müsse, wenn es auch wirklich gebraucht werde, sagen die Konstrukteure. Sonst könne er in der Garage bleiben. Statt eines Akkus könnte das Modul auch einen Range Extender, der über einen Generator Strom erzeugt, einen Verbrennungsmotor oder eine Brennstoffzelle enthalten.

Eines solches System könnte auch für andere Elektrofahrzeuge gebaut werden - der Smart ist nur ein Vorführobjekt. Technische Details verrät der Hersteller einstweilen noch nicht. So ist beispielsweise noch nicht bekannt, wie viel zusätzliche Reichweite der rollende Akku ermöglicht oder wie er sicher mit dem Auto verbunden wird.

Adaptive Karosserie und Schwimmauto

Der Stretchlimo-Akku ist nicht die einzige extravagante Kreation der Schweizer: Das 1979 von Frank Rinderknecht gegründete Unternehmen präsentiert seit knapp 20 Jahren auf dem Genfer Autosalon Konzeptautos. Der 2009 vorgestellte Rinspeed iChange ist ein Elektrosportwagen mit einer adaptiven Karosserie: Das Auto ist normalerweise ein windschnittiger Einsitzer, der auf Knopfdruck zu einem Dreisitzer wird. Noch ausgefallener war der im Vorjahr gezeigte sQuba: Das war ein zum Elektroauto umgebauter Lotus Elise, der in echter James-Bond-Manier nicht nur fahren, sondern auch schwimmen und tauchen kann.

Dock & Go will Rinspeed auf der kommenden Genfer Automesse präsentieren, die vom 8. bis 18. März 2012 stattfindet.  (wp)


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