Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1112/88282.html    Veröffentlicht: 08.12.2011 10:12    Kurz-URL: https://glm.io/88282

VML und DirectX-Filter

Microsoft entfernt proprietäre Technik aus dem IE

Webentwickler sollten VML und auf DirectX basierende Filter und Transitions nicht mehr verwenden, rät Microsoft. Denn Microsoft will die beiden proprietären Techniken nicht länger unterstützen.

Der Internet Explorer 10 wird weder im Standard- noch im Quirksmodus die Vector Markup Language (VML) und auf DirectX basierende Filter und Transitions unterstützen, darauf weist Microsoft in einem Blogeintrag hin. Webentwickler sollten daher die standardkonformen Alternativen nutzen, namentlich SVG und CSS3.

Zwar wird der Internet Explorer 10 Microsofts veraltete proprietäre Technik weiterhin beherrschen, aber nur noch in den Dokumentenmodi 5, 7, 8 und 9, in denen der Browser das Verhalten seiner Vorgänger nachbildet. Diese Modi müssen von Webentwicklern explizit angefordert werden und sind mit einigen Nachteilen verbunden. So stehen hier diverse neue HTML5-Funktionen nicht zur Verfügung. SVG und CSS3 kann der IE10 zudem hardwarebeschleunigt darstellen.

Microsoft unterstützte die VML erstmals mit dem Internet Explorer 5 und legte sie 1998 dem W3C zur Standardisierung vor. Allerdings kombinierte das W3C Microsofts Vorschlag mit konkurrierenden Entwürfen. Daraus entstand schließlich SVG. Erst mit dem Internet Explorer 9 hat Microsoft seinen Browser um SVG-Unterstützung erweitert und die VML als veraltet deklariert. Der IE10 wird sie nun im Standard- und Quirksmodus nicht mehr unterstützen.

Für den Umstieg von VML auf SVG rät Microsoft zu der von Dmitry Baranovskiy entwickelten Javascript-Bibliothek Raphaël.

Die sogenannten DX-Filter hat Microsoft mit dem Internet Explorer 4 eingeführt. Dabei handelt es sich um eine Reihe von visuellen Filtern und Transitions, mit denen sich multimediale Effekte realisieren lassen. Sie werden mit dem Schlüsselwort "filter:" beschrieben und sind auf Basis von Microsofts Grafik-API Direct X implementiert.

Die populärsten mit DX-Filtern umsetzbaren Effekte lassen sich mit noch in der Entwicklung befindlichen CSS3-Techniken umsetzen, darunter Halbtransparenz, Gradienten, Schatten und Transforms. Da der IE10 diese CSS3-Funktionen unterstütze, gebe es keinen Grund, auch die veralteten DX-Filter weiterhin zu unterstützen, so Microsoft.

Da der Internet Explorer 10 im IE9-Modus aber sowohl DX-Filter als auch einige der CSS3-Varianten unterstützt, rät Microsoft davon ab, einfach beide Methoden anzugeben. Besser sei es, zu Javascript-Bibliotheken wie Modernizr zu greifen.

Die aktuellen Platform Preview 4 des Internet Explorer 10 enthält bereits diese Änderungen.  (ji)


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