Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1111/88017.html    Veröffentlicht: 25.11.2011 18:27    Kurz-URL: https://glm.io/88017

Microsoft

"Xbox Live wurde nicht gehackt"

Schon länger gibt es Berichte über Angriffe auf Nutzerkonten von Xbox Live, jetzt meldet sich Microsoft nach einem Bericht der britischen The Sun zu Wort. Angeblich gibt es keinen Hack des Spielenetzwerks, sondern viele Phishing-Angriffe.

"Xbox Live wurde nicht gehackt." Mit dieser Aussage hat Microsoft auf eine Meldung des britischen Boulevardmagazins The Sun reagiert. Die Zeitung hatte am 22. November 2011 auf der Titelseite berichtet, dass Xbox Live im Mittelpunkt von großangelegten Betrugsaktivitäten stehe. Offenbar geht es dabei im Kern um ein Problem, das schon etwas länger bekannt ist: Spieler haben plötzlich keinen Zugriff mehr auf ihr Nutzerkonto, stattdessen müssen sie Abbuchungen von ihrem Kreditkarten- oder dem MS-Punktekonto feststellen. Auffällig ist, dass dabei oft das Sportspiel Fifa 12 eine Rolle spielt, das sich plötzlich im Account des Nutzers befindet.

Angeblich geht es um "Premium Gold Packs" (Spielerkarten für das Ultimate Team) des Sportspiels, die Betrüger dann gewinnbringend weiterreichen können. Als verdächtig gelten laut einem aktuellen Bericht des Guardian sowohl chinesische als auch russische Banden. Angeblich sind weniger als eine Million Mitglieder von Xbox Live betroffen.

Nach Darstellung von Microsoft handelt es sich um Phishing-Angriffe. Die Spieler hätten eine offiziell wirkende, aber fingierte Mail erhalten und bei der Antwort ihr Passwort mit angegeben, das die Betrüger dann einfach selbst verwendet hätten. The Sun wiederum antwortet in einem aktuellen Artikel, dass sich zahlreiche Leser gemeldet hätten, die sagen, dass sie keine derartigen Daten herausgegeben hätten. Bei vielen habe es Abbuchungen in Höhe von 42,50 Pfund gegeben - was knapp unterhalb der Schwelle liege, ab der Banken eine Freigabe vornehmen müssen.

Ganz klar scheint aber auch Microsoft nicht zu sein, was vor sich geht. Das Unternehmen untersucht die Vorgänge nach eigenen Angaben intensiv gemeinsam mit den betroffenen Kunden. Es hat außerdem kurzfristig seine englischsprachige Supportseite um Sicherheitshinweise - insbesondere den regelmäßigen Wechsel des Passworts - sowie Kontaktmöglichkeiten ergänzt.  (ps)


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