Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1111/88007.html    Veröffentlicht: 25.11.2011 14:57    Kurz-URL: https://glm.io/88007

Informatik

Starke Zunahme bei Studienanfängern

Nach Jahren des Rückgangs gibt es 2011 wieder eine deutliche Zunahme bei den Informatikstudienanfängern. Doch was bleibt davon bei einer Abbrecherquote von bis zu 50 Prozent übrig?

Die Zahl der Informatik-Studienanfänger ist im Sommer- und Wintersemester 2011 stark gestiegen. Wie die Gesellschaft für Informatik (GI) unter Berufung auf Angaben des Statistischen Bundesamtes berichtet, haben sich 48.400 Studenten für den Studienbereich eingeschrieben. Das entspricht einer Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Über alle Fächer verteilt nahmen 16 Prozent mehr Erstsemester ein Studium auf als im Vorjahr.

"Wir freuen uns, dass die Informatik bei den Erstsemestern auf so großes Interesse stößt", sagte GI-Präsident Stefan Jähnichen. Insgesamt haben sich rund 9.000 Studierende mehr als im Vorjahr für ein Studienfach eingeschrieben. "Durch diesen Anstieg werden wir auch deutlich mehr Absolventinnen und Absolventen bekommen, die in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung dringend gebraucht werden."

Doch die Abbrecherquote lag in der Vergangenheit zwischen 35 und 50 Prozent. "Wir hoffen, dass die Länder die Hochschulen bei der Bewältigung dieser überdurchschnittlichen Steigerung unterstützen werden. Für eine gute Lehre ist eine gute Betreuung Voraussetzung, und diese ist nur mit ausreichend Personal möglich", so Jähnichen.

Seit dem Boomjahr 2000 war die Zahl der Studienanfänger in der Informatik um 26 Prozent eingebrochen. Im Jahr 2006 sanken die Informatik-Studienanfängerzahlen an den deutschen Universitäten und Fachhochschulen um fünf Prozent auf 28.360. Im Sommer- und Wintersemester 2010 war die Zahl der Studienanfänger im Fach Informatik bereits mit 3 Prozent leicht gestiegen.

In der deutschen Wirtschaft wurden im Oktober 2011 38.000 IT-Experten gesucht. Im Vergleich zum Vorjahr war die Zahl der freien IT-Arbeitsplätze um 10.000 angestiegen, ein Zuwachs um 36 Prozent. 84 Prozent der ITK-Unternehmen mit freien Arbeitsplätzen suchten Softwarespezialisten für die Entwicklung neuer Anwendungen.  (asa)


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