Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1111/88000.html    Veröffentlicht: 25.11.2011 11:48    Kurz-URL: https://glm.io/88000

Piratenpartei

Piratenpad wegen Kinderpornografie abgeschaltet

Die Piratenpartei hat ihr Piratenpad komplett abgeschaltet, nachdem dort Links zum sexuellen Kindesmissbrauch gepostet worden waren. Die Netzpolitiker haben Anzeige erstattet.

Der Bundesvorstand der Piratenpartei hat Strafanzeige erstattet, weil im Piratenpad Internetadressen zu kinderpornografischem Material aufgetaucht sind. Nachdem sie darüber informiert worden sei, sei der Zugriff auf das betreffende Pad sofort technisch unterbunden worden, teilte die Internetpartei mit.

Bis auf weiteres wurden auf Empfehlung des zuständigen Landeskriminalamtes die Piratenpad-Server komplett abgeschaltet, um einen weiteren Missbrauch zu verhindern. Parteichef Sebastian Nerz sagte: "Wir sind entsetzt. Die Piratenpartei kämpft gegen Kinderpornografie. Es ist widerlich, dass ausgerechnet das Piratenpad jetzt für solche Links genutzt wird. Wir haben unverzüglich Anzeige bei der Polizei erstattet und werden selbstverständlich mit den Behörden zusammenarbeiten, um diesen Fall vollständig aufzuklären. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein Mitglied der Piratenpartei derartiges Material verbreitet hat."

Das Piratenpad ist ein freier Etherpad-Server, der über den Browser das gemeinsame Bearbeiten von Text im Browser in Echtzeit ermöglicht. Das Piratenpad ist für jeden nutzbar. IP-Adressen werden nicht aufgezeichnet. Jeder Nutzer erhält die 127.0.0.1.

"In den Piratenpads werden Vereinssitzungen protokolliert, Briefe verfasst oder - innerhalb der Partei - politische Texte ausgearbeitet", sagte Nerz. "Wir reden hier von zigtausend Zugriffen jeden Tag. Es ist abstoßend, dass die Pads jetzt für solche Zwecke genutzt werden. Wir werden überprüfen, wie wir dagegen in Zukunft besser vorgehen können."

Der Tagesspiegel hatte berichtet, er habe eine dubiose E-Mail erhalten, in der behauptet wurde, die Piratenpartei verbreite mit Hilfe des Hackerkollektivs Anonymous Links zu Kindesmissbrauchsforen. Der Hinweis sei zusammen mit einem Link auf ein angebliches Anonymous-Video verschickt worden.  (asa)


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