Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1111/87994.html    Veröffentlicht: 25.11.2011 10:44    Kurz-URL: https://glm.io/87994

Ghost Recon

"95 Prozent unserer Kunden verwenden Schwarzkopien"

Ubisoft hat mit Anno 2070 einen erfolgreichen Titel für Windows-PC - aber sonst tut sich das Unternehmen zunehmend schwer mit der Plattform. Angeblich wegen der Schwarzkopie-Problematik erscheint Ghost Recon: Future Soldier anders als angekündigt nur für Konsole.

Der französische Publisher Ubisoft tut sich zunehmend schwer mit der Entwicklung von PC-Spielen. Zwar hat das Unternehmen mit Anno 2070 einen Bestseller, der nur auf der Plattform erscheint, aber andere Spiele sollen nach neuen Plänen nur für Konsolen auf den Markt kommen. So berichtet PC Gamer, dass der Taktik-Shooter Ghost Recon: Future Soldier nur für Playstation 3 und Xbox 360 erscheinen wird - zwischenzeitlich war er ausdrücklich auch für Windows-PC angekündigt.

Grund ist offenbar, dass nach Auffassung des Unternehmens auf dem PC der Anteil der Schwarzkopien zu hoch ist. "95 Prozent unserer Kunden verwenden Schwarzkopien", sagt Sébastien Arnoult von Ubisoft PC Gamer. Das strikte Always-Online-DRM-System des Unternehmens habe nur Ärger verursacht. Arnoult arbeitet jetzt als Alternative zu Future Soldier an Ghost Recon Online, das seiner Auffassung nach auf die Kundenwünsche eingeht: Es wird auf Basis eines Free-to-Play-Geschäftsmodells kostenlos erhältlich sein, allerdings werden einige Extras Geld kosten. Ghost Recon Online soll mit aufwendiger Umgebungsgrafik und taktisch anspruchsvollen Maps einem Vollpreisspiel in nichts nachstehen. Ubisoft hat außerdem regelmäßige Ingame-Events und Aktualisierungen des Spielinhalts in Aussicht gestellt.

Auch Stanislas Mettra, Kreativchef von I am Alive, hat in den vergangenen Tagen erklärt, warum es keine PC-Fassung seines Werks geben wird: ebenfalls wegen illegaler Kopien. Selbst wenn es möglich ist, die Konsolenfassung mit einem Dutzend Mitarbeitern in drei Monaten für PC zu konvertieren, rechnet er laut IncGamers nicht mit mehr als 50.000 Käufern - was Verluste bedeuten würde. Auch Mettra geht davon aus, dass sich ein Großteil der PC-Spieler eine kostenlose Version von I am Alive besorgen würde.

In der Spielerszene hat Mettra nebenbei Empörung ausgelöst, weil er mit etwas drastischen Worten die Auffassung vertrat, dass die PC-Spieler wegen der - von vornherein - fehlenden Version zwar ständig jammerten, aber die Fassung dann doch nicht kaufen würden. Inzwischen hat er sich erneut geäußert und darauf hingewiesen, dass er nur seine Sicht der Dinge dargestellt habe und dass Ubisoft natürlich sehr wohl doch eine PC-Fassung veröffentlichen könnte.  (ps)


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