Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1111/87922.html    Veröffentlicht: 22.11.2011 18:22    Kurz-URL: https://glm.io/87922

Prozessorgerüchte

AMDs 28-Nanometer-APUs könnten sich stark verzögern

US-Medien nennen es eine "Manufacturing Bombshell" - und eine Katastrophe wäre das Zutreffen der Gerüchte für AMD tatsächlich: Die nächsten APUs Wichita und Krishna müssen den Berichten zufolge komplett neu entwickelt werden.

Weil Globalfoundries seine Chipfertigung mit 28 Nanometern Strukturbreite nicht wie geplant beginnen kann, soll AMD zu TSMC wechseln. Das berichtet Extremetech unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen. Dazu, so die Meldung weiter, müssten die Prozessoren vollständig neu designt werden.

Bisher hatte AMD auch laut seinen offiziellen Roadmaps geplant, die beiden Prozessoren mit integrierter Grafik mit den Codenamen Wichita und Krishna im Jahr 2012 vorzustellen. Beide sind sogenannte APUs mit DX11-Grafikkern und sollten mit ein bis vier Kernen und 28-Nanometer-Fertigung besonders sparsam sein. AMD wollte in diesem besonders wichtigen Segment der Notebookchips zu Intel aufschließen. Das Unternehmen will Anfang 2012 seine ersten 22-Nanometer-CPUs mit Ivy-Bridge-Architektur auf den Markt bringen. Mit seinen ersten APUs Llano und Zacate konnte AMD einige Erfolge verbuchen.

Der Bericht von Extremetech beinhaltet noch weitere Details als frühere Gerüchte, wie sie zuerst Semiaccurate verbreitet hatte. Dort war nur die Rede davon, dass die Chipdesigns selbst von AMD verworfen worden wären. Sollte der Wechsel von Globalfoundries zu TSMC tatsächlich stattfinden, so wäre auch klar, warum die Architekturen neu entwickelt werden müssen: Der taiwanische Auftragsfertiger stellt bisher unter den besonders komplexen Chips nur GPUs her, deren Aufbau sich stark von AMDs CPU/GPU-Kombination unterscheidet.

Nicht betroffen von den neuen Plänen soll das Design "Trinity" sein. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Notebook-APU. Diese hatte AMD aber von Anfang an noch in der von Globalfoundries beherrschten Strukturbreite von 32 Nanometern vorgesehen. Trinity kombiniert zwei bis vier Kerne mit Bulldozer-Architektur mit einer GPU.

Die vermeintlichen Verschiebungen könnten sowohl für AMD als auch für seine ehemalige Fertigungssparte Globalfoundries schwere finanzielle Konsequenzen haben. AMD hätte bis zum Erscheinen der neuen Chips keine konkurrenzfähigen Notebookbausteine zu bieten. Umgekehrt ist der Prozessorentwickler auch der größte Kunde von Globalfoundries.

AMD Deutschland war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.  (nie)


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