Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1111/87916.html    Veröffentlicht: 22.11.2011 16:09    Kurz-URL: https://glm.io/87916

Erotikromane

Katholische Kirche will Weltbild.de verkaufen

Wegen erotischer Buchtitel im Onlineshop wird die katholische Kirche den Weltbild-Verlag verkaufen. Der Papst forderte dazu auf, die Verbreitung von erotischen oder pornographischen Inhalten über das Internet energisch einzuschränken.

Die katholische Kirche verkauft ihren Weltbild-Verlag. Das gab das Unternehmen am 22. November 2011 bekannt. "Den verbindlichen Vorgaben der Gesellschafter entsprechend soll der Aufsichtsrat sicherstellen, dass die angezeigten organisatorischen und strukturellen Maßnahmen für eine Veräußerung der Verlagsgruppe Weltbild ohne jeden Verzug entschlossen aufgenommen werden", heißt es in der Mitteilung. Im Onlinebuchhandel ist Weltbild die Nummer zwei nach Amazon.de und bietet auch E-Book-Reader an.

Grund für den Verkauf sind Erotiktitel im Sortiment des Unternehmens. So wurden im Onlineshop Weltbild.de bis vor kurzem erotische Romane des Verlags Blue Panther Books wie "Schlampen-Internat" und "Anwaltshure" angeboten. Weiter im Angebot von Weltbild.de ist der Titel "American Blue" von Penny Birch, der in sehr deftiger Sprache erotische Abenteuer in der Pornofilmszene der USA beschreibt. 2.500 Sextitel sollen laut Buchreport über den Onlineshop bestellbar gewesen sein.

Das Augsburger Medienunternehmen gehört zu 100 Prozent der katholischen Kirche. Die deutsche Bischofskonferenz erklärte: "Es ist der Geschäftsführung nicht gelungen, die internetgestützte Verbreitung sowie die Produktion von Medien, die den ideellen Zielen der Gesellschafter widersprechen, im eigenen Bereich beziehungsweise im Bereich der Unternehmensbeteiligungen hinreichend zu unterbinden. Die Glaubwürdigkeit der Verlagsgruppe und ihrer Gesellschafter hat darunter gelitten."

Papst Benedikt XVI. nahm auch darauf Bezug, als er erklärte, es sei an der Zeit, Prostitution und die "Verbreitung von Material erotischen oder pornografischen Inhalts, gerade auch über das Internet, energisch einzuschränken", so das christliche Medienmagazin Pro.  (asa)


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