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Spieletest: Icewind Dale - Winterliches Rollenspielvergnügen

Inoffizieller Nachfolger des letztjährigen Überraschungserfolges Baldurs Gate

Vor etwa einem Jahr bescherten die amerikanischen Black Isle Studios Freunden klassischer Rollenspiele mit dem hervorragenden Baldurs Gate einen Höhepunkt des Genres. Mit Icewind Dale liegt nun ein Nachfolger vor, der dem letztjährigen Blockbuster mehr als nur ähnlich ist.

Icewind Dale
Icewind Dale
Wieder befinden wir uns in den Forgotten Realms, allerdings diesmal in einer nördlicheren, weitaus unwirtlicheren Region. Seltsame Vorgänge und Mysterien, wie plötzliche Temperaturstürze und Entführungen, versetzen die Bewohner des Fantasyreiches in Angst und Schrecken. Mit einer sechsköpfigen Party macht man sich nun daran, die Vorgänge aufzuklären und den Bewohnern des Eislandes den Frieden zurückzubringen.

Screenshot #1
Screenshot #1
Kennern von Baldurs Gate wird das Interface von Icewind Dale mehr als nur bekannt vorkommen - prinzipiell hat sich an der Steuerung, der Charaktererstellung und dem Kampfsystem wenig geändert. In Anbetracht der Qualität des Vorgängers sicherlich kein Beinbruch, andererseits wäre es schon schön gewesen, wenn die eine oder andere Schwäche wie beispielsweise die hektischen und äußerst schwierigen Kämpfe ein wenig entschärft worden wären.

Screenshot #2
Screenshot #2
Auch was die Präsentation anbelangt, hinkt man der aktuellen Entwicklung ein wenig hinterher: Die Grafiken sind zwar gelungen, allerdings recht undetailliert und grobkörnig. Auch die Soundkulisse ist ein bisschen mau geraten, die Sprachausgabe hingegen weiß durchaus zu überzeugen. Actionfreudige Spieler könnten allerdings auf Grund der mitunter doch sehr langen Gespräche, die für das Weiterkommen unerlässlich sind, ein wenig auf die Geduldsprobe gestellt werden.

Inhaltlich jedoch kann man den Programmierern absolut keinen Vorwurf machen: Die Quests sind logisch und motivierend, die Charaktere liebevoll entworfen und die Hintergrundgeschichte recht spannend erzählt. Wer die Abenteuer des AD&D-Szenarios mag, wird hier somit auf keinen Fall enttäuscht.

Fazit:
Die Black Isle Studios und Bioware liefern mit Icewind Dale ein durchdachtes und solides Rollenspiel ab, das storytechnisch voll, hinsichtlich der Präsentation jedoch nicht ganz überzeugen kann. Wer Baldurs Gate liebt, ist auch mit diesem Programm zufrieden, ein bisschen mehr Weiterentwicklung wird beim nächsten Titel der Serie aber schon vonnöten sein, um weiterhin einen Ausnahmestatus in der Rollenspielwelt zu wahren.  (tw)


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