Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1111/87626.html    Veröffentlicht: 09.11.2011 09:58    Kurz-URL: https://glm.io/87626

Nvidia

Tegra 3 mit "Ninja Core" und bis zu 1,4 GHz

Nvidia hat seine Mobil-CPU Tegra 3 ausführlich vorgestellt. Neben einem Quad-Core gibt es einen fünften Kern, der sich vor dem Betriebssystem versteckt. Mit ersten Smartphones ist aber nicht vor dem ersten Quartal 2012 zu rechnen.

Er verspätetet sich etwas, soll aber nach Darstellung von Nvidia ein "Superchip" sein: der erste Quad-Core des Unternehmens für Smartphones und Tablets. Wie Nvidia nun bestätigt hat, sollen erste Smartphones mit dem Tegra 3 erst im ersten Quartal des Jahres 2012 erscheinen. Eines davon soll das HTC Edge sein. Das erste Tablet wird das Eee Pad Transformer Prime von Asus.

Der unter dem Codenamen Kal-El entwickelte Tegra 3 basiert auf vier ARM-Kernen, die der Architektur Cortex-A9 entsprechen. Ist nur ein Core belastet, kann dieser mit 1,4 GHz laufen, haben zwei bis vier Kerne zu tun, kommen sie auf 1,3 GHz. Ob die Gerätehersteller diese Grenzen ausreizen, bleibt je nach Akku und Kühlung ihnen überlassen. An der Cache-Ausstattung hat sich gegenüber dem Tegra 2 nichts geändert, jeder Kern verfügt über je 32 KByte für Befehle und Daten, der gemeinsame L2-Cache ist 1 MByte groß.

Der Hauptspeicher kann nun aber bis zu 2 GByte groß sein und auch aus herkömmlichem PC-Speicher nach DDR3L mit bis zu effektiv 1.500 MHz bestehen. Das vor allem in mobilen Geräten verbreitete LPDDR2 wird mit bis zu 1.066 MHz unterstützt. Insgesamt soll der CPU-Teil bis zu fünfmal schneller als bei Tegra 2 arbeiten, wenn alle Kerne ausgelastet sind - das ergibt sich alleine schon aus der Verdopplung der Corezahl und der Taktfrequenz. Laut Nvidia soll ein Tegra 3 im integerlastigen Benchmark Coremark an die Leistung eines Intel Core 2 Duo T7200 heranreichen. Diese CPU setzte für Notebooks vor gut fünf Jahren Maßstäbe.

HDMI 1.4a und zwei Displays



Der Grafikkern ULP Geforce soll rund dreimal schneller arbeiten als die Einheit im Tegra 2. Dafür besitzt sie nun 12 statt vorher 8 Rechenwerke. Das Modul unterstützt nun auch stereoskopische 3D-Darstellungen. Die nutzbaren Programmierschnittstellen bleiben mit OpenGL ES 2.0, OpenVG 1.1 und EGL 1.4 unverändert. Gleiches gilt für die von Nvidia aufgelisteten Videocodecs, hier gibt es aber eine Neuerung: H.264-Videos können nun mit einer Bitrate von bis zu 40 MBit/s vorliegen. Das reicht auch für die meisten legalen Downloadvideos, so dass das Transcodieren kaum noch nötig sein dürfte.

Durch mehr Leistung und schnelleren Speicher kann Nvidia auch größere Displays unterstützen. Stereoskopie wird durch HDMI 1.4a auch für externe Monitore möglich, das LCD etwa eines Tablets kann bis zu 2.048 x 1.536 Pixel zeigen. Das ist beispielsweise auch die Auflösung, die für das iPad 3 vermutet wird. Zwei Displays kann der Tegra 3 simultan ansprechen.

Eine Besonderheit des Tegra 3 ist sein "Companion Core", den Nvidia nun auch "Ninja Core" nennt. Es handelt sich um einen fünften Kern, der mit bis zu 500 MHz arbeitet und der für das Betriebssystem nicht sichtbar ist. Nvidia nennt die Technik virtuelles SMP (vSMP), sie ist zum Patent angemeldet.

Der Ninja-Kern kann nicht nur im Standby Funktionen des Betriebssystems und die Verbindung zu Netzen übernehmen: Auch beim Abspielen von Audio und Videos soll er arbeiten. Die vier schnelleren Kerne schalten sich dann ab. Allerdings: Was der Companion alles kann und mit welcher Architektur er arbeitet, hat Nvidia noch nicht verraten.

Gleiches gilt für die Leistungsaufnahme, die unter Last höher als beim Tegra 2 liegen dürfte: Auch der neue Chip wird mit einer Strukturbreite von 40 Nanometern hergestellt. Zur Die-Größe sagte Nvidia noch nichts, immerhin sind die Bausteine selbst nicht größer als bei Tegra 2. Im BGA-Gehäuse misst Tegra 3 23 x 23 Millimeter, wie sein Vorgänger. Nach Tegra 3 folgen im Jahresrhythmus neue Chips, die Codenamen entsprechen wie bisher Comichelden: Wayne, Logan und Stark.  (nie)


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