Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1111/87625.html    Veröffentlicht: 09.11.2011 09:27    Kurz-URL: https://glm.io/87625

Activision Blizzard

World of Warcraft verliert langsam Abonnenten

Die eine wichtige Einnahmequelle von Activision Blizzard hat aus Sicht von Analysten mit einem langsamen Schwund zu kämpfen: World of Warcraft. Bei Call of Duty zeichnen sich dagegen bessere Absätze als erwartet für Modern Warfare 3 ab.

Am 8. November 2011 hat Activision Blizzard zweierlei veröffentlicht: Modern Warfare 3 und frische Geschäftszahlen. Im Mittelpunkt der Bilanz steht vor allem die Frage, wie es um World of Warcraft steht. Die Anzahl der Abonnenten liegt jetzt bei 10,3 Millionen weltweit - vor einem Jahr waren es noch rund 800.000 mehr. Im Gespräch mit Analysten hat Blizzard-Chef Mike Morhaime allerdings darauf hingewiesen, dass die Zahl der WoW-ler in den westlichen Märkten weitgehend stabil geblieben ist, während sie in Asien leicht zurückgeht. Das große Geld verdient das Onlinespiel allerdings im Westen, wo es viel mehr langfristige Abos und teils deutlich höhere Gebühren gibt.

Trotzdem hatte Blizzard vor einiger Zeit einige Maßnahmen angekündigt, um die Spielerzahlen weltweit zu stabilisieren. So erhalten Spieler, die ein Jahresabo abschließen, eine Downloadversion von Diablo 3 gratis. Außerdem hatte das Unternehmen kürzlich die Erweiterung Mists of Pandaria angekündigt. Laut Morhaime soll das Addon auch Inhalte für Casualplayer bieten - sein Unternehmen zieht damit die Konsequenzen aus der dritten Erweiterung Catacylsm, die sich zu sehr auf Inhalte für Hardcore-Player konzentriert habe.

In der Spieleszene hatte in den vergangenen Tagen die Meldung Aufregung ausgelöst, dass sich der leitende Leveldesigner von Titan - dem nächsten, bislang geheimen Onlinerollenspiel von Blizzard - von dem Entwicklerstudio getrennt hat. Dass das größere Auswirkungen auf die weitere Produktion von Titan hat, ist allerdings nicht zu erwarten.

Die Geschäftszahlen bei Activision Blizzard sehen unter dem Strich trotz der Probleme mit World of Warcraft besser aus als erwartet. In den Monaten Juli bis September hat das Unternehmen Umsätze in Höhe von 754 Millionen US-Dollar erwirtschaftet und die Prognose von 650 Millionen US-Dollar deutlich übertroffen; im Vorjahreszeitraum lag der Umsatz bei 745 Millionen US-Dollar. Der Gewinn lag bei 148 Millionen statt 51 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Im Digitalbereich - der bei Activision Blizzard vor allem aus WoW-Abos und Downloaderweiterungen für Call of Duty besteht - sind Einnahmen von 427 Millionen US-Dollar geflossen.

Vor allem angesichts des nach Unternehmensauffassung deutlich besser als erwartet anlaufenden Geschäfts mit Call of Duty: Modern Warfare 3 hat Activision die Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 4,05 Millionen auf 4,25 Millionen US-Dollar angehoben.  (ps)


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