Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1111/87448.html    Veröffentlicht: 02.11.2011 08:54    Kurz-URL: https://glm.io/87448

Project Moonshot

2.800 HP-Server in einem Rack

Unter dem Namen Project Moonshot kündigt HP seine ersten Server mit ARM-Prozessoren an. Dabei kommt zunächst Calxedas Serverprozessor Energycore zum Einsatz, der eine Leistungsaufnahme von nur 1,5 Watt pro Kern aufweist. Die ARM-Server sollen mit weniger Strom auskommen und deutlich weniger Platz benötigen als herkömmliche Server.

Zusammen mit Calxeda will HP eine neue Serverära einläuten. Dabei kommen energieeffiziente ARM-Prozessoren zum Einsatz, ähnlich wie man sie in Smartphones und Tablets findet. HP will tausende Server auf kleinem Raum unterbringen, die sich eine gemeinsame Infrastruktur wie Storage, Netzwerk, Netzteile und Kühlung teilen.

Das Projekt Moonshot ist auf mehrere Jahre angelegt und startet mit der HP Redstone Server Development Platform. Dabei handelt es sich um eine Entwicklungsplattform für Server mit extrem geringer Leistungsaufnahme. Im ersten Schritt kommen Calxeda-Energycore-Prozessoren zum Einsatz, wobei in einem Rack auf vier Höheneinheiten 288 Energycore-Prozessoren Platz haben sollen. Künftige Redstone-Versionen sollen aber auch mit Intels Atom-Prozessoren und Chips anderer Hersteller ausgestattet werden. HP legt sich also weder auf Calxeda als Chiplieferant noch auf ARM als Prozessorarchitektur fest.

HP Redstone soll zunächst als "Proof of Concept" dienen und 2.800 Server in einem Rack unterbringen, ohne dass diese einzeln verkabelt werden müssen. Erste Kunden sollen die HP-Redstone-Plattform ab der ersten Jahreshälfte 2012 ausprobieren können.

Im sogenannten HP Discovery Lab sollen HPs Kunden ihre Applikationen auf der neuen Plattform testen und benchmarken können. Das erste Labor dieser Art soll im Januar 2012 in Houston (Texas) eröffnet werden, weitere Standorte in Europa und Asien sollen folgen.

Calxeda Energycore

Bei dem parallel zu HPs Ankündigung vorgestellten Serverprozessor ECX-1000 von Calxeda handelt es sich um ein System-on-a-Chip (SoC), das eine Leistungsaufnahme von weniger als 1,5 Watt aufweisen soll. Der ECX-1000 verfügt über vier Cortex-A9-Kerne mit 1,1 bis 1,4 GHz, 4 MByte geteilten L2-Cache mit ECC sowie jeweils 32 KByte L1-Cache für Instruktionen und 32 KByte L1-Cache für Daten pro Kern. Auch ARMs Neon-Erweiterung für SIMD-Befehle und eine FPU für Gleitkommaberechnungen ist integriert.

Ebenfalls integriert ist ein Fabric-Switch mit einem Datendurchsatz von 80 GBit/s. Er bietet fünf externe Kanäle mit 10 GBit/s sowie drei interne Kanäle mit gleicher Bandbreite.

Ein solches SoC soll ausgestattet mit 4 GByte RAM und einer SSD typischerweise eine maximale Leistungsaufnahme von 5 Watt haben. Im Idle-Modus soll die Leistungsaufnahme auf 0,5 Watt sinken.  (ji)


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