Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1110/87400.html    Veröffentlicht: 31.10.2011 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/87400

Test Tim & Struppi

Hüpfend und prügelnd durchs Abenteuer

Dank tatkräftiger Unterstützung von Steven Spielberg und Peter Jackson haben die Comichelden Tim und Struppi den Sprung ins Kino geschafft. Auch auf Konsole und PC springen, klettern und rennen die beiden - und scheuen auch vor Prügeleien nicht zurück.

Eigentlich sollte es nur ein harmloser Flohmarktbesuch werden. Als Struppi sein Herrchen Tim aber ganz aufgeregt auf ein kleines Holzschiff namens Einhorn aufmerksam macht und dann auch noch ein älterer Mann auftaucht, der das Schiffchen unbedingt in seinen Besitz bringen will - da dämmert Tim schnell, dass es wohl etwas mit dem Gegenstand auf sich hat. Und tatsächlich: Kurze Zeit später sind die beiden im Spiel zum Film Die Abenteuer von Tim & Struppi: Das Geheimnis der Einhorn schon auf der Suche nach einem Schatz, den blöderweise nicht nur sie unbedingt finden wollen.

Auf den ersten Blick wirkt das Spiel wie ein klassisches Jump-and-Run mit Actioneinlagen. Tim läuft, springt und klettert durch einfach gehaltene Plattformwelten, muss sich aber auch immer wieder mit Kontrahenten auseinandersetzen. Die fordert er im Faustkampf heraus, greift sie aus dem Hinterhalt an, bringt sie mit Bananen zum Ausrutschen oder schaltet sie in der Gruppe mit einem Kronleuchter aus. Da es sich um eine kinderfreundliche Comicumsetzung handelt, stirbt in diesen Gefechten niemand. Stattdessen gehen Kontrahenten mit Sternchen vor den Augen und Glockenklang im Ohr bewusstlos zu Boden.

Im Laufe des Spiels wird das Plattformprinzip um zahlreiche Ideen erweitert: So gibt es Schwertkämpfe und mehrere Fahrzeugpassagen, in denen Tim beispielsweise im Flugzeug unterwegs ist und in bester Indiana-Jones-Manier Zeppeline bekämpft. Hinzu kommen kleinere Rätsel wie Bilder-, Schalter- oder Fackelaufgaben und Sammelpassagen, wobei sich der Aufbau hier schnell wiederholt.

Schnüffeln mit Struppi

Der Spieler kann nicht nur Tim steuern, sondern auch andere aus Comic und Film bekannte Figuren. Er ist als Struppi unterwegs und erschnüffelt Geheimnisse, balgt sich mit Ratten oder dringt in schmale Gänge vor oder er verkörpert Kapitän Haddock. Hinzu kommen weitere Modi neben der Kampagne - etwa der eher monotone Herausforderungsmodus, in dem es auf Highscore-Jagd geht, und die sehr gelungene Koopoption. Hier müssen die Spieler in Teamarbeit teils knifflige Rätsel lösen, wobei die besonderen Fähigkeiten der jeweiligen Person einbezogen werden. Struppi etwa findet Schätze, Tim kann mit seinem Enterhaken höhere Plattformen erreichen.

Durch diese zusätzlichen Optionen erhöht sich die Spielzeit des Titels auf mehr als zehn Stunden - für die Kampagne allein werden auch unerfahrene Spieler kaum mehr als fünf Stunden benötigen. Das liegt einerseits am nicht sonderlich großen Umfang, andererseits aber auch am familienfreundlichen Schwierigkeitsgrad: Zwar werden die Anzahl der Kontrahenten und ihr Waffenarsenal im Spielverlauf immer größer, trotzdem lassen sich fast alle Herausforderungen ohne große Mühe überwinden. Auch gibt das Spiel immer recht eindeutig vor, welche Aktion als Nächstes auszuführen ist.

Technisch ist Das Geheimnis der Einhorn solide. Die Soundkulisse wirkt stimmig, die Comicgrafik im Stile des Films ist zwar nicht sehr detailreich, aber vor allem bei den Animationen durchaus liebevoll in Szene gesetzt. Das Spiel ist für Playstation 3, Xbox 360, Nintendo Wii und Windows-PC erhältlich und kostet etwa 40 Euro. Die USK hat eine Freigabe ab 12 Jahren erteilt.

Fazit

Ein charmanter Umgang mit den Vorgaben von Comic und Film sowie viele gute Ansätze machen Das Geheimnis der Einhorn zu einer der besseren Filmumsetzungen, die Fans des Leinwandstreifens, aber auch Liebhaber der Comics gefallen dürfte. Voll und ganz begeistern kann das Spiel trotzdem nicht - dafür ist der Umfang zu gering, der Schwierigkeitsgrad zu niedrig und das Spielprinzip nach den ersten beiden Stunden zu monoton.  (tw)


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