Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1110/87372.html    Veröffentlicht: 28.10.2011 18:22    Kurz-URL: https://glm.io/87372

Occupy Wall Street

Anonymous setzt Belohnung auf Polizisten aus

Denial-of-Service-Attacke, Namen veröffentlicht, eine Belohnung ausgesetzt: Nachdem bei einer Demonstration im kalifornischen Oakland ein Demonstrant schwer verletzt wurde, hat die Gruppe Anonymous zum Widerstand gegen die Polizei aufgerufen.

Nach Zusammenstößen im kalifornischen Oakland hat das Kollektiv Anonymous zu Aktionen gegen die örtliche Polizei aufgerufen. Es hat eine Belohnung ausgesetzt für die Identifizierung des Polizisten, der bei einer Demonstration am Dienstag einen jungen Mann schwer am Kopf verletzt hatte.

"Es ist an der Zeit, sich an der Polizei von Oakland mit nicht gewaltsamen Mitteln zu rächen, angefangen damit, persönliche Daten einzelner Beamter zu veröffentlichen, vor allem von Vorgesetzten, die in die jüngsten Aktionen verwickelt waren", schreibt Anonymous. Die Gruppe hat bereits Namen, Kontaktdaten und Dienstpläne sowie Dienstnummern der an dem Einsatz Beteiligten ins Internet gestellt.

Denial-of-Service-Attacke gegen Polizeiwebsite

Es habe auch eine Distributed-Denial-of-Service-Attacke gegen die Website der Polizei von Oakland gegeben, berichtet die US-Computerzeitschrift SC Magazine. Die Seite war danach zeitweise nicht erreichbar.

Die Gruppe hat dazu aufgerufen, weitere Informationen über die Polizei von Oakland zu sammeln und ihr zukommen zu lassen. Sie verspricht zudem demjenigen eine Belohnung von 1.000 US.Dollar, der den Beamten identifizieren kann, der den Demonstranten verletzt hatte.

Schädelbruch durch Tränengasbehälter

Die Polizei hatte am Dienstagmorgen einen Platz in Oakland geräumt. Am Abend versuchten die Demonstranten, auf den Platz zurückzukehren. Daraufhin kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Tränengasbehälter und Gummigeschosse einsetzte. Dabei wurde ein 24-jähriger Irakveteran von einem Tränengasbehälter am Kopf getroffen. Er erlitt einen Schädelbruch und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sein Zustand war zunächst kritisch, inzwischen ist er aber auf dem Weg der Besserung.

In New York, wo die Protestbewegung Occupy Wall Street angefangen hat, war es bereits zu Übergriffen durch die Polizei gekommen, die im Netz dokumentiert wurden. Auch da hatte Anonymous personenbezogene Daten eines Polizeibeamten veröffentlicht. Später stellte die Gruppe persönliche Daten von Bankchefs als Vergeltung für die Festnahme von Demonstranten ins Internet.  (wp)


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