Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1110/87257.html    Veröffentlicht: 24.10.2011 18:21    Kurz-URL: https://glm.io/87257

10 Jahre XP

Überholt von Windows 7

Windows XP ist zehn Jahre alt - und zum ersten Mal vom rund zwei Jahre alten Windows 7 überholt worden. Microsoft drängt die Nutzer deshalb wieder einmal zum Wechsel ihres Betriebssystems.

Zehn Jahre alt und immer noch in Unternehmen und Privatrechnern im Einsatz - Windows XP ist weiterhin eine signifikante Größe. Seit Oktober 2011 ist es jedoch nicht mehr die Nummer 1 unter den Betriebssystemen und wurde laut Statcounter von Windows 7 überholt. Auch wenn der Vorsprung, der sich seit Anfang des Monats abzeichnete, noch nicht sehr groß ist.

Windows 7 schafft es demnach auf einen Marktanteil von 40,39 Prozent. Windows XP folgt auf Platz zwei mit 38,56 Prozent. Windows Vista liegt mit 11,9 Prozent sogar etwas höher als im September 2011. Mac OS X hat sich minimal auf 7,17 Prozent gesteigert. Die Zahlen ermittelt Statcounter aus den Zugriffen auf drei Millionen Webseiten.

In Deutschland soll Windows 7 bereits bei etwa der Hälfte aller Unternehmen eingesetzt werden, und das mit steigender Tendenz, zitiert Microsoft eine Umfrage von Pierre Audoin Consultants (PAC). Microsoft Deutschland konnte auf Nachfrage keine eigenen Zahlen oder Schätzungen liefern.

Mit Windows 7 für Windows 8 gerüstet

Das Unternehmen gab aber an, dass seit dem Verkaufsstart im Jahr 2009 mittlerweile rund 450 Millionen Windows-7-Lizenzen verkauft wurden. Im Juli 2011 waren es noch 400 Millionen.

"Egal ob privater Rechner oder Business-PC, der 10. Jahrestag von Windows XP ist noch einmal ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass die Zeit für einen Umstieg nun definitiv gekommen ist", sagt Oliver Gürtler, Leiter des Geschäftsbereichs Windows bei Microsoft Deutschland.

"Wer jetzt noch mit dem 'Oldtimer' unterwegs ist, riskiert Sicherheitsrisikos und verpasst zudem den Weg in Richtung Windows 8", so Gürtler. Wer heute auf Windows 7 setze, verfüge über die richtige Plattform, um zukünftig auf Windows 8 aufzurüsten. Applikationen könnten weiter genutzt werden, versprach Microsoft bereits bei der Vorstellung von Windows 8.

Der Rückgang der Vorgängerversion führe auch zu einer erhöhten Sicherheit im Internet, wirbt Microsoft. Laut einer Studie des Antivirus-Dienstleisters Avast von Juli 2011 betreffen 74 Prozent aller Rootkit-Infizierungen Windows XP, nur zwölf Prozent Windows 7.

Gaming-PCs mit Windows 7

Laut Microsoft sinkt die Zahl der XP-Nutzer auch bei den Privatkunden rapide. Schaut man sich die Statistiken von Valves weltweit aktivem Downloadshop Steam an, dann klingt das übertrieben. Über 50 Prozent der Nutzer der Spielecommunity besitzen zwar schon Windows 7. Die Statistik zeigt aber auch, dass der Rest der Nutzer immer noch zögert.

Von den bei Valve registrierten Spiele-PCs entfallen immer noch rund 20 Prozent auf Windows XP (32/64 Bit). Dabei hätten gerade Gamer gute Gründe für einen Wechsel. Die wichtigsten Punkte sind eine höhere Leistung auf modernen Mehrkern-CPUs und eine bessere Nutzung von Stromspartechniken, auch im Vergleich zum ungeliebten XP-Nachfolger Vista. Windows 7 fühlt sich damit sowohl auf Desktop-PCs als auch auf Notebooks flüssiger und natürlicher an als seine Vorgänger.

Dazu kommt eine bessere Versorgung mit Treibern, auch bei Grafikkarten. Das ist ebenso wie die DirectX-11-Unterstützung für Gamer bedeutend, die nämlich mit kompatiblen Grafikkarten auch deutlich aufwendigere Spielegrafik zu sehen bekommen. Und die häufiger ihre Treiber aktualisieren müssen, um Grafikfehler bei neuen Spielen zu beseitigen oder die Leistung in den Spielen zu verbessern.

Ob der eigene Rechner für Windows 7 geeignet ist, kann laut Microsoft mit dem Windows 7 Upgrade Advisor ermittelt werden.  (ck)


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