Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1110/87084.html    Veröffentlicht: 17.10.2011 12:50    Kurz-URL: https://glm.io/87084

Asus Zenbook UX31

Keine Energiesparmodi unter Linux

Während die Grundfunktionen des Ultrabooks Zenbook UX31 von Asus unter Linux funktionieren, versagt der Standby-Modus komplett. Die Leistungsaufnahme ist kaum höher als unter Windows 7, wie Golem.de beim Ausprobieren feststellte.

Arbeiten, zuklappen, rumlaufen, aufklappen, weiterarbeiten - das funktioniert mit dem Zenbook UX31 von Asus unter Windows prima, unter Ubuntu 11.10 mit dem Linux-Kernel 3.0 hingegen versagte die Funktion in einem kurzen Test komplett. Die Leistungsaufnahme war hingegen im Durchschnitt nur wenig höher als unter Windows 7.

In dem Zenbook UX31 ist Intels Sandy-Bridge-Plattform verbaut. Die bereitet unter Linux noch einige Probleme, obwohl Sandy Bridge seit dem vergangenen Jahr vom Kernel unterstützt wird. Verantwortlich ist der Treiber für die Grafikeinheit des Chipsatzes von Intel. Weder der Bereitschaftsmodus (S3 oder Suspend-To-RAM) noch der Ruhezustand (S4 oder Suspend-To-Disk) funktionierte mit Ubuntu 11.10 samt Kernel 3.0.0.12 korrekt.

Kein Energiesparmodus beim Zuklappen

Im Gegenteil: Wurde das Ultrabook zugeklappt, versuchte sich das System zwar in den Energiesparmodus zu versetzen, schaffte es aber nicht. Dabei fuhr der Lüfter hörbar hoch. Nach dem Aufklappen blinkte zwar der Cursor in einem sonst schwarzen Bildschirm, jedoch konnte Ubuntu nicht mehr aus dem Ruhezustand aufgeweckt werden. Erst ein forcierter Neustart brachte die Benutzeroberfläche wieder zum Vorschein, mit deutlich dezimierter Akkulaufzeit.

Nicht viel besser funktionierte das Versetzen in den Ruhezustand oder in den Bereitschaftsmodus mit dem von den Intel-Entwicklern empfohlenen Kernel-Parameter nomodeset, der die automatische Einstellung der Auflösung der Konsole deaktiviert. Zwar entschwand Ubuntu dann in den Ruhezustand, ließ sich aber nicht mehr aufwecken. Nach einem ersten Neustart blieb der Bildschirm schwarz. Erst nach einem zweiten forcierten Neustart erschien nach kurzer Zeit wieder der Ubuntu-Anmeldebildschirm.

Keine Besserung bei Kernel 3.1

Weitere Kleinigkeiten fielen ebenfalls auf: Ubuntu merkte sich die Helligkeitseinstellungen über die Tastatur nicht und schaltete von sich aus die maximale Helligkeit nach wenigen Minuten wieder ein.

Unter Fedora 16 Beta mit Kernel 3.1-rc6 war die Situation nicht viel besser. Der Versuch, die Energiesparmodi zu aktivieren, scheiterte ebenso wie unter Ubuntu. Schlimmer noch war die Leistungsaufnahme, die dort deutlich höher war als unter Canonicals Betriebssystem, selbst bei komplett abgedunkeltem Bildschirm.

Grafik und Sound funktionieren gut

Erfahrungsgemäß ist die Linux-Unterstützung bei neuen Geräten meist unvollständig, allerdings tragen Intel-Entwickler Treiber für die Sandy-Bridge-Plattform schon seit geraumer Zeit bei. Ob nur Intels Treiber oder auch eine fehlende Unterstützung für die ACPI-Tabelle des Mainboards an der mangelhaften Umsetzung für die Energiesparmodi schuld ist, konnten wir in der kurzen Testphase nicht feststellen. Zumindest wiesen die Systemmeldungen auf Fehler im DRM-Modul hin. Unter Ubuntu und Fedora kommen aktuelle Versionen des Grafiktreibers samt X.org und Mesa zum Einsatz.

Ansonsten funktionierte das Ultrabook gut mit den beiden Distributionen. Alle Funktionstasten wurden von beiden Systemen unterstützt. Auch das WLAN-Modul und die Soundausgabe funktionierten einwandfrei. Probleme bei der Grafik gab es ebenfalls nicht, selbst 3D-Anwendungen wie Google Earth liefen flüssig.  (jt)


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